Die Bodenbearbeitung

Die Pflanzenproduktion:

die Bodenbearbeitung

die Düngung

der Pflanzenschutz

Wer in der heutigen Zeit erfolgreich Ackerbau betreiben will, muss vor allem kostenoptimiert, hoch effizient und zugleich unter Berücksichtigung aller wesentlichen ackerbaulichen Grundsätzen arbeiten können. Die Ertragsfähigkeit eines Ackerbodens hängt zu einem großen Teil von den standortspezifischen Gegebenhei- ten ab. Auch bei einer theoretisch unterstellten optimalen Nährstoffversorgung und einem guten Kulturzu- stand des Bodens sind hier nur sehr begrenzt Ertragssteigerungen möglich. Im wesentlichen zeichnen sich gute Böden durch eine hohe Wasserspeicherkapazität aus und im aller günstigsten Fall noch zusätzlich durch einen hohen Humusgehalt.

W.Weizenstroh, nach dem Striegeln.

Wo Wasser der begrenzende Faktor ist, muss Wasser ge- spart werden, das fängt schon bei der Stoppelbearbeitung an, am besten direkt nach der Ernte mit dem Striegel. Nur wo wenig Boden bewegt wird, kann auch nur wenig Wasser verdunsten. Ein flacher Striegelstrich reicht schon aus, um die Bodenporen an der Oberfläche zu verschließen und ei- ner Evaporation entgegenzuwirken. Auch für die 2. Stoppel- bearbeitung reicht der Striegel in den meisten Fällen voll- kommen aus, wenn er zum richtigen Zeitpunkt eingesetzt

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S.Gerstenstroh,
vorher und nach dem 2. Striegeln.

wird, am besten wenn Ungräser und Ausfallgetreide noch im Keimblattstadium sind. Mit dem Strohstriegel kann man bei richtigem Umgang und geeigneten Witterungsverhält- nissen sehr schlagkräftig und kostengünstig arbeiten. Eine optimale Arbeitsqualität läßt sich hiermit nur bei trockenen und sonnigen Witterungsverhältnissen erzielen. Am besten bei sogenanntem Mähdruschwetter, wenn das Getreide- stroh nicht zäh, sondern mürbe und brüchig ist. Die Flä- chen werden grundsätzlich 30° schräg zur Hauptarbeits- richtung bearbeitet was zu einer Nachverteilung des Strohs


S.Gerstenstroh (Flächenneuzugang)
mit hohem Ungras- und Unkrautdruck.

führt. Wurzelunkräutern wie Ackerkratzdistel, Acker- und Zaunwinde und Ungräser wie Quecken lassen sich mit die- sem Gerät natürlich nicht Bekämpfen. Dazu bedarf es flach schneidende Werkzeuge wie sie beispielsweise ein Flügel- schargrubber oder ein Flachgrubber hat. Auf kritischen Flä- che mit höherem Ungras- und Unkrautdruck wird aus den genannten Gründen der zweite Arbeitsgang mit dem Strie- gel durch einen flachen Grubberstrich mit dem Flügelschar- grubber ersetzt. Der Flügelschargrubber kommt auch regel- mäßig vor den Sommerungen in zwei Arbeitsgängen zum


1. Arbeitsgang mit dem Flügelschar-
grubber im Frühjahr.

Einsatz. Der erste Arbeitsgang wird im zeitigen Frühjahr bei geeigneten Bodenverhältnissen oder leichtem Frost durchgeführt und dient in erster Linie zur Beseitigung der nicht immer sicher abfrierenden Zwischenfrucht. Das teil- weise noch vorhandene Ausfallgetreide und Unkräuter wer- den dabei gleich mit beseitigt. Der zweite Arbeitsgang wird kurz vor der Aussaat der jeweiligen Sommerung durchge- führt. Bei beiden Arbeitsgängen wird besonderen wert auf ein nur sehr flache Bearbeitung des Bodens gelegt, um die Struktur und den kapillaren Anschluß an den Unterboden


Nach dem 2. Arbeitsgang mit dem
Flügelschargrubber im Frühjahr.

weitestgehend zu erhalten. Soweit das mit diesem Gerät eben technisch möglich ist. Die Scharflügel arbeiten dabei meist in eine tiefe von 5 cm, um ein gutes Arbeitsergebnis zu erreichen und die Scharspitzen je nach Verschleiß et- was tiefer.


Zwischenfruchtaussaat mit Unterfuß-
düngung in die W.Weizenstoppel.

Der gleiche Grundsatz gilt auch für die Aussaat, nur so viel und so tief Boden bewegen wie für die Bestandesetablie- rung der jeweiligen Kultur wirklich notwendig ist und nicht die ganze Fläche. Wer auf seinen Ackerflächen anstrebt den Humusgehalt auf Dauer zu erhalten oder im praxis- möglichen Bereich langfristig zu steigern, dem wird dies nur gelingen, wenn er die Bodenbearbeitung auf das abso- lut notwendige Maß reduziert. Auch mit intensivem Zwi- schenfruchtanbau und organischer Düngung alleine ist dies nicht möglich. Denn jegliche Bearbeitung führt zum


Aussaat der S.Gerste mit Unterfuß-
düngung, nach  Grubber Vorarbeit.

beschleunigten Abbau von Humus in Form von CO2 Ausga- sung. Der Anbau aller Kulturen erfolgt im Strip-Till-Verfah- ren. Beim Strip-Till-Verfahren wird die Bodenbearbeitung nicht auf der gesamten Fläche, sondern nur streifenweise durchgeführt, wie der Name schon sagt. Man unterscheidet zwischen dem absätzigen- und dem einphasigen Verfah- ren. Beim absätzigen Verfahren wird die nur streifenweise Bodenbearbeitung zeitlich getrennt von der Aussaat durch- geführt und beim einphasigen Verfahren wird die nur strei- fenweise Bodenbearbeitung zusammen mit der Aussaat


Lockerungsschlitz mit Düngeband,
nach der Rapsaussaat in die Stoppel.

in einem Arbeitsgang durchgeführt. Beide Verfahren haben ihre Stärken und schwächen und man muß hier genau ab- wägen welches Verfahren für die betrieblichen Gegebenhei- ten und den jeweiligen Standort am besten paßt. In unse- rem Betrieb haben wir uns für das einphasige Verfahren entschieden. Das einphasige Strip-Till-Verfahren mit kombi- nierter Unterfußdüngung kann ein sehr effizientes Wasser- sparendes Verfahren, gerader auf Verwitterungsböden mit nur sehr begrenzter Wasserspeicherkapazität, darstellen. Die Bodenstruktur wird beim Strip-Till-Verfahren weitgehend


W.Raps im Herbst, nach der Aussaat
direkt in die S.Gerstenstoppel.

erhalten. Bei der verwendeten Technik des englischen Her- steller Claydon wird der Boden nur im Abstand von 33 cm durch einen schmalen Lockerungszinken mit relativ gerin- gem Eindringwiderstand in der jeweils notwendigen Bear- beitungstiefe gelockert. Der zwischen den Steifen liegende unbearbeitete Boden mit seinem stabilen Porensystem sorgt für eine hohe Tragfähigkeit des Bodens, einer hohen Regenverdaulichkeit und dient gleichermaßen als Erosions- schutz. Durch die relativ lange Bodenruhe in den unbear- beiteten Bereichen wird das Bodenleben und insbesondere


W.Weizenaussaat, direkt in die Zwi-
schenbegrünung nach Ackerbohnen.

das der Regenwürmer gefördert, was von essentieller Bedeutung für den zügigen stofflichen Ab- und Umbau der Nebenernteprodukte (insbesondere bei hohen Strohmen- gen) ist. Nach der Aussaat mit der Claydon-Technik hat der Boden aus den beschriebenen Gründen noch eine sehr hohe Tragfähigkeit, was für die termingerechte Durchfüh- rung von Pflegearbeiten (Düngung und Pflanzenschutz) von Vorteil ist. Auch nach Starkregen- und Gewitterereignissen sind die Flächen relativ frühzeitig wieder befahrbar, was auf die Dränwirkung der Lockerungszinken im bearbeiteten


Zwischenfruchtgemenge, nach der
Aussaat direkt in die Weizenstoppel.

Streifen zurückzuführen ist.