Die Sommergerste

Die Kulturarten:

Wintergerste (kein Anbau mehr, ersetzt durch S.Gerste)

Sommerackerbohnen

(EJ 2017)

Winterraps Winterweizen Sommerackerbohnen Winterweizen Sommergerste

(EJ 2016)         (EJ 2016)                (EJ 2016)                                (EJ 2016)               (EJ 2016)

Winterraps Winterweizen Sommerackerbohnen Winterweizen Sommergerste

 (ab EJ 2004)      (nach W.Raps)                (ab EJ 2013)            (nach S.Ackerbohnen)   (ab EJ 2012)

Die Sommerbraugerste steht in der Fruchtfolge nach Winterweizen und vor Winterraps und ersetzt somit ab dem Erntejahr 2012 den früheren Wintergerstenanbau.   

Durch die schlechten Witterungsbedingungen konnte die Vorfrucht W.Weizen erst im Zeitraum vom  03.-17.08.2011 geerntet werden. Das Stroh wird grundsätzlich gehäckselt und verbleibt somit immer auf dem Feld.

Zum Vergrößern einfach das entsprechende Foto anklicken.


Das Vorgewende, der 15 m breite Randbereich und Stellen mit Lagergetreide werden grundsätzlich vor einer weiteren Bearbeitung mit einem Schlegelmulcher abgemulcht, das auf dem Foto gut zu erkennen ist.


Die Versorgung der Böden mit Grundnährstoffen und Hu- mus wird zum Teil durch gütegesicherten Kompost sicher- gestellt. Gedüngt wird über die dreigliedrige Fruchtfolge, wobei der Kompost jeweils auf einem Drittel der Ackerflä- che als Stoppeldüngung vor S.Gerste erfolgt. Für den Transport und die Ausbringung wird dazu ein Lohnunter- nehmer beauftragt. Mit dem Streuen konnte in diesem Jahr leider nicht unnmittelbar nach der Vorfruchternte begonnen werden, sondern erst ab dem 02.09.2011, weil bedingt durch das trockene Frühjahr früher noch kein Kompost ver- 


fügbar war. Mit der Stoppelbearbeitung wurde zeitgleich mit dem Streuen begonnen. Die Bearbeitung erfolgt mit einem zweibalkigen Flügelschargrubber 30° schräg zur Haupt- arbeitsrichtung, um eine bessere Strohverteilung und Ein- ebnung zu erreichen. Gearbeitet wird dabei max. 5 cm tief bei einer Fahrgeschwindigkeit von 12-15 km/h. Die erste Spur am Feldrand wird dabei immer doppelt, in gleicher Tiefe, aber bei der zweiten Überfahrt in entgegengesetzter Richtung bearbeitet. Bei Vorarbeit mit dem Grubber muß die Aussaat der Zwischenfrucht direkt anschließend er- 


folgen, am besten noch am gleichen Tag. Zum einen weil duch den Grubberstrich Ausfallgetreide, Unkrautsamen und bedingt durch den Lichtreiz bei der Bodenbearbeitung auch Ungrassamen in Keimstimmung geraten. Zum anderen würde eine längere Pause auch zu einer unproduktiven Wasserverdunstung (Evaporation) und Austrocknung der oberen Bodenschicht führen. Das alles hätte äuserst nega- tive Auswirkungen für die Etablierung eines konkurenzkräf- tigen Zwischenfruchtbestandes mit ausreichender Biomas- sebildung.


Die Aussaat der Zwischenfrucht erfolgte mit einer Bestell- kombination: bestehend aus einer Cambridgewalze im Frontanbau zur Rückverfestigung des Saatbetts und als aktives Frontgewicht, Kreiselegge mit Zahnpackerwalze für die Saatbettbereitung und aufgesattelter pneumatischer Drillmaschine zur Aussaat bei einem Reifeninnendruck von 0,8 bar. Die Fahrgeschwindigkeit beträgt hierbei max. 8 km/h, weil noch mit Schleppscharen gearbeitet wird und dann auch die Cambridgewalze nicht mehr optimal arbei- tet. Als N-Startgabe wurden 30 kg N/ha in Form von


KAS 27% N (Kalkamonsalpeter) mit dem Scheibenstreuer ausgebracht. Wobei die in mineralischer Form zugeführte Stickstoffmenge lediglich zu einer schnelleren Entwicklung der Zwischenfrucht in der Jugendphase führen soll, um eine zügige Bodenbedeckung und einer damit verbundenen un- krautunterdrückende Wirkung sicherer zu erreichen. Zu- sätzlich führt das auch zu einer schnelleren Strohrotte, was aber nicht das Ziel dieser Maßnahme ist, da die Bö- den bedingt durch das Bewirtschaftungssystem ohnehin ei- ne sehr gute Strohverdaulichkeit aufweisen.


Die wesentlichen Aufgaben des Zwischenfruchtanbaus vor S.Gerste sind die Bindung des im Boden noch vorhande- nen Reststickstoffes aus der Vorfrucht W.Weizen, die Bin- dung des durch Mineralisationsprozesse im Boden konti- nuierlich freigesetzten Stickstoffes und des zum Teil be- reits mineralisirten N aus der Kompostdüngung, in Form von Zwischenfruchtbiomasse. So wird der in der organi- schen Masse gebunden Stickstoff zum Großteil der nach- folgenden Kultur zur Verfügung gestellt, und N-Verluste durch Nitratauswaschung werden vermieden.  


Weitere Aufgaben sind die Verbesserung der Bodenstruck- tur durch Bodenbedeckung und damit verbundener Erzeu- gung einer Schattengare, eine intensive Durchwurzelung der oberen Bodenschichten, die zu einer stabilen Krümel- strucktur und Lebendverbauung des Bodens im Krumen- bereich führt. Gleichzeitig wird der Boden so mit leicht ab- baubarer organischer Substanz versorgt, das zur Erhöhung der biologischen Aktivität und Verbesserung der Boden- fruchtbarkeit und Bodengesundheit führt. Durch die Begrü- nung der zum größten Teil mehr oder weniger hängigen


Flächen über Winter wird somit auch sehr wirkungsvoll Bo- denerosion vermieden. Das gleiche gilt dann auch bei der Bearbeitung des Bodens im Frühjahr, weil viel organische Masse der Zwischenfrucht an der Oberfläche verbleibt und somit die Energie der aufprallenden Regentropfen abfängt, so daß das Regenwasser besser in den Boden eindringen kann und nicht oberflächlich abläuft oder zu Verschläm- mungen führt. Als Zwischenfrucht wird zu diesem Zweck ein Zwischenfruchtgemenge aus 6 verschiedenen Kompo- nenten, die über Winter abfrieren, angebaut.    


Die Mischung besteht im einzelnen aus 10% Sonnenblu- men (Helianthus annuus) die für trockene Standorte gut ge- eignet sind, nur geringe Bodenansprüche haben, die Pfahl- wurzeln eine Symbiose mit Mykorrhiza-Pilzen eingehen, als Auflaufschutz der Mischungspartner dienen und nicht als Hauptfrucht angebaut werden. Dennoch sind sie in ein- er Rapsfruchtfolge eher kritisch zu bewerten (Sclerotinia  Übertragung). Da sie aber nicht in Reinsaat als Zwischen- frucht angebaut werden, sondern nur als Mischungspart- ner, ist dies von untergeordneter Bedeutung. 


Phacelia (Phacelia tanacetifolia) ist mit 8% in der Mi- schung vorhanden. Phacelia ist mit keiner heimischen Kul- turpflanze verwandt, ist spähtsaatverträglich, trockenresi- stent, sehr standfest, sorgt durch die zügige Etwicklung eines feingliedrigen Blattapparates für eine sehr wirksam- me Unkrautunterdrückung und Bodenbeschattung, verfügt über ein ausgeprägtes Wurzelsystem mit tiefreichenden Haarwurzeln, dient als Bienenweide und bildet einen Teil des Lebensraumes für andere blütenbesuchende Insekten- arten.


Ramtillkraut (Guizotia abyssinica) ist ebenfalls mit 8% Be- standteil der Mischung. Das Ramtillkraut zeichnet sich durch eine schnelle Jugendentwicklung aus, unterdrückt sehr gut Unkraut, braucht kaum Wasser und Nährstoffe und ist daher für trockene Standorte sehr gut geeignet, friert bereits bei geringen Minusgraden sicher ab, ist mit keiner Hauptfruchtart verwandt, mit Ausnahme von Sonnen- blumen, die aber im Betrieb nicht als Hauptfrucht vorkom- men, und es bildet reichlich organische Masse mit einer intensiven Durchwurzelung des Bodens.  


Buchweizen (Fagopyrum esculentum) ist mit 10% in der Mischung vertreten. Buchweizen stellt sehr geringe An- sprüche an den Boden und keimt auch unter trocken Ver- hältnissen gut, ist wärmebedürftig, dient als Auflaufschutz von Mischungspartner, sorgt für eine schnelle Bodenbedek- kung, friert bereits bei leichtem Frost sicher ab, dient auch als Insektenweide und zur Wildäsung, er bildet viele Fa- denwurzeln mit dünnen Feinwurzeln überwigend bis zu ei- ner Tiefe von 15 cm. Die gesamte Wurzelmassebildung ist allerdings eher als gering einzustufen. 


Öllein (Linum usitatissimum) ist mit einem Anteil von 16% Bestandteil der Mischung. Der Öllein hat einen relativ ge- ringen Nährstoffbedarf und stellt keine großen Ansprüche an den Boden, ist für trockene Standorte geeignet, weist allerdings nur eine sehr geringe Unkrautunterdrückungs- kraft auf und bildet eine Pfahlwurzel mit vielen kräftigen Seitenwurzeln und zahlreichen Feinwurzeln aus.


Rauhafer (Avena strigosa) ist mit dem größten Anteil von 48% in der Mischung vertreten. Rauhafer gehört zur Fami- lie der Süßgräser und ist somit auch Förderer von Mykorrhiza-Pilzen, was besonders vorteilhaft in Rapsfrucht- folgen ist. Weitere Vorteile sind die schnelle Bodenbedek- kung durch das zügige Wachstum, die Bildung von viel Trockenmasse in kurzer Zeit. Durch das schnelle Wachs- tum zeichnet er sich auch durch eine gute Konkurrenzkraft gegenüber Unkräutern aus. Auserdem ist er für alle Boden- arten geeignet und friert sicher ab. 


Bedingt durch den milden Herbst und anfangs noch sehr milden Winter hatte die Zwischenfrucht eine sehr lange Wegetationsphase trotz der relativ späten Aussaat. Bei nur vereinzeltem und leichtem Frost bis Ende Januar waren noch nicht alle Komponenten der ZF-Mischung abgefroren. Rauhafer, Öllein und Phacelia war zum größten Teil noch vorhanden als ab dem  01.02.2012 bei stärkerem Frost und oberflächlich gefrorenem Boden mit dem mulchen begon- nen wurde. Der Zeit und kostenintensive Arbeitsgang mit dem Mulchgerät ist wegen der im Betrieb vorhandenen


Schleppschardrilltechnik die zur Zeit noch für die Aussaat genutzt werden soll leider unumgänglich. Bei geeigneter Scheibenschardrilltechnick wäre hier unter Umständen nur ein Arbeitsgang mit einer Messerwalze notwendig.

12.03.2012 Scheibenstreuer Piamon 33% N 12% S


13.03.2012 Schwergrubber 5 cm tief


Ab dem 14.03.2012 Aussaat


14.03.2012 Aussaat


Sommergerste am 01.04.2013


Sommergerste am 28.04.2012, EC 28 Unkrautbekämpfung


10.05.2012 Distelbekämpfung, Foto vom 28.05.2012


Foto vom 28.05.2012, Sommergerste, EC 49


Foto vom 28.05.2012, Sommergerste, EC 49


Sommergerste am 30.05.2012, EC 49, Fungizid- und

Insektizidbehandlung


Sommergerste am 22.06.2012


Sommergerste am 04.07.2012


Sommergerstenernte ab dem 05.08.2012