Die Sommerackerbohnen EJ 2017

Die Kulturarten:

Wintergerste (kein Anbau mehr, ersetzt durch S.Gerste)

Sommerackerbohnen

(EJ 2017)

Winterraps Winterweizen Sommerackerbohnen Winterweizen Sommergerste

(EJ 2016)         (EJ 2016)                (EJ 2016)                                (EJ 2016)               (EJ 2016)

Winterraps Winterweizen Sommerackerbohnen Winterweizen Sommergerste

 (ab EJ 2004)      (nach W.Raps)                (ab EJ 2013)            (nach S.Ackerbohnen)   (ab EJ 2012)

Die Sommerackerbohnen stehen in der Fruchtfolge zwischen der Vorfrucht und Folgefrucht Winterweizen. Seit dem Jahr 2013 werden auf 20% der Ackerfläche Sommerackerbohnen zur Saatgutvermehrung als fester Bestandteil der Fruchtfolge angebaut. Der Anbau der S.Ackerbohnen wie auch der Anbau aller anderen Kul- turen, wird seit Herbst 2014 im einphasigen Strip-Till-Verfahren durchgeführt.

Die Vorfrucht W.Weizen wurde ab dem 11.08.2016 durch einen Lohnunternehmer geerntet. Das Stroh wird grund- sätzlich gehäckselt und verbleibt somit immer auf dem Feld. Abschließende Zahlen über die Weizenerträge liegen noch nicht vor, sie dürften wohl im durchschnittlichen Bereich liegen. Der Frühsommer und Sommer war einfach zu naß, so das die Bestände nur selten richtig abtrocknen konnten und auch an ausreichend Sonneneinstrahlung und wärme zum richtigen Zeitpunkt fehlte es.

Zum Vergrößern einfach das entsprechende Foto anklicken.


Foto vom 17.08.2016, nach der Arbeit mit dem Strohstrie- gel. Die Stoppelbearbeitung erfolgt unter normalen Bedin- gungen bei geeigneten Witterungsverhältnissen so früh wie möglich nach der Ernte mit einem Strohstriegel. Bei einer Arbeitsbreite von 6,20 m und einer Geschwindigkeit von 15-18 km/h sind hier ausreichend hohe Flächenleistungen bei einem sehr geringen Kraftstoffverbrauch zu erzielen. Die Flächen werden dabei grundsätzlich 30° schräg zur Haupt- arbeitsrichtung bearbeitet was zu einer Nachverteilung des Strohs, wenn auch nur in einem begrenzten Maße, führt.


Grobe Strohhaufen die Rückzugsräume für Feldmäuse und Schnecken darstellen können werden dabei gleich mit be- seitigt. Durch die sehr Flache Bearbeitung wird die Boden- oberfläche von den Striegelzinken nur angekratzt das aber zum verschließen der Bodenporen an der Oberfläche und um einer Evaporation entgegenzuwirken, ausreichend ist. In Verbindung mit der relativ hohen Abeitsgeschwindigkeit (18 km/h) wird das Stroh zum Teil aufgesplissen und einge- stäubt was für die Strohrotte von Vorteil ist. Somit wird ei- gentlich keine Bodenbearbeitung im eigentlichen Sinne


Foto vom 20.08.2016,
nach dem Striegeln.

durchgeführt. Sondern eine sehr effiziente Form von Mikro- bodenbearbeitung, bei der nur eine ganz dünne Schicht Feinerde durch das ankratzen der Bodenoberfläche erzeugt wird. Eine optimale Arbeitsqualität läßt sich hiermit nur bei trockenen und sonnigen Witterungsverhältnissen erzielen. Am besten bei sogenanntem Mähdruschwetter wenn das Getreidestroh nicht zäh sondern mürbe und brüchig ist. Das regelmäßige belassen der Nebenernteprodukte wie beispielsweise Getreidestroh an der Bodenoberfläche, kann langfristig zu einer Strukturverbesserung und


Foto vom 20.08.2016,
nach dem Striegeln.

Humusanreicherung des Bodens beitragen. Vorausgesetzt die Produktionstechnik ist auf ein solches System abge- stimmt. Ganz davon abgesehen das sich hohe Strohmen- gen auch bei noch so guter Häckselqualität und Verteilung nicht vernünftig flach einarbeiten lassen. Ein tieferes einar- beiten beispielsweise mit einem Pflug, kann unter umstän- den zur Bildung von Störschichten führen. Die im schlimm- sten Fall das Wurzelwachstum der Kulturpflanzen negativ beeinflussen und den kabilaren Aufstieg von Bodenwasser gefährden.


Vor der Aussaat der S.Ackerbohnen im Frühjahr werden die Flächen nach der Weizenernte mit einer abfrierenden Zwischenfruchtmischung bestellt. Die Aussaat der Zwi- schenfrucht erfolgt 30° schräg zur Hauptarbeitsrichtung und wird mit Unterfußdüngung durchgeführt. Zwischenfrucht: Terra Life Aquapro, Zusammensetzung: 12% Buchweizen, 10% Öllein, 14% Phacelia, 5% Kr-Ramtillkraut, 37% Rau- hafer, 2% Färberdistel, 10% Sonnenblumen, 10% Sudan- gras. Einstellung an der Drillmaschine: 25,00 kg/ha, Saat- gutablagetiefe: 1,5-2,0 cm, Lockerungszinken 1. Bohrung,


Bearbeitungstiefe: 8,00 cm, Fahrgeschwindigkeit: 12 km/h. Unterfußdüngung: KAS 27% N, 110 kg/ha, 30 kg N/ha. Bemerkung: Die Aussaat der Zwischenfrucht erfolgte in die- sem Jahr sehr spät, weil auf einzelnen Ackerflächen zuvor noch Wurzelunkräuter bekämpft werden mußten. Weshalb auch die Unterfußdüngung von 40 kg N/ha auf 30 kg N/ha reduziert wurde. Bei der für die Aussaat verwendeten Strip- Till Drillmaschiene wird der N-Dünger direkt hinter einem 20 mm breiten Lockerungszinken abgelegt. Nach dem Locke- rungszinken folgt ein C-Zinken an dem ein 180 mm breites


Schnell- Wechsel- Flügelschar befestigt ist. Die Saatgutab- lage erfolgt in zwei Saatbändern direkt hinter dem Flügel- schar, wobei das Saatgut über einen austauschbaren Saat- injektor mit zwei Ausläufen rechts und links des zuvor mit dem Lockerungszinken gelockerten Schlitzes abgelegt wird. Der N-Dünger liegt somit als Düngeband in dem Lo- ckerungsschlitz und kommt nicht in direkten Kontakt mit dem Saatgut. Die N-Düngung soll hier nicht den N-Bedarf der Zwischenfrucht decken sondern lediglich die Jugend- entwicklung der Pflanzen bis zur Bildung eines


Der Abstand der Saatbänder
beträgt 33 cm, gemessen von
Reihenmitte bis Reihenmitte.

geschossen Zwischenfruchtbestand unterstützen und be- schleunigen. Die Applikation des N-Düngers als Unterfuß- düngung, hat gegenüber einer flächigen Ausbringung mit einem Mineraldüngerstreuer gleich mehrere Vorteile: Eine höhere Nährstoffeffizienz weil der Dünger im Boden und nicht auf dem Boden in räumlicher nähe zu den später her- anwachsenden Pflanzen abgelegt wird, eine Flächendün- gung würde in erster Linie nur die Strohrotte beschleunigen was nicht Ziel dieser Maßnahme ist, mit dem Effekt das letztendlich nur ein geringer Teil der Nährstoffe von den


Pflanzen aufgenommen wird, ganz abgesehen von der Not- wendigkeit einer weiteren überfahrt der Fläche zur Dün- gung. Die Zwischenfruchtbestände konnten sich bei den noch sehr trockenen Verhältnissen nach der Aussaat, bis Anfang Oktober nur langsam entwickeln. Nach einigen Re- genschauern nahm das Wachstum dann aber zu. Man kann anhand der typischen Strukturierung an der Boden- oberfläche sehr gut den Wechsel zwischen unbearbeitetem Boden mit viel Strohauflage und den Drillreihen mit bearbei- tetem Boden erkennen.


Die wesentlichen Aufgaben des Zwischenfruchtanbaus vor Sommerackerbohnen, sind die Bindung der im Boden noch vorhandenen leicht löslichen und somit durch Auswa- schung gefährdeten Nährstoffe aus der Vorfrucht W.Wei- zen, in Form von ober- und unterirdische Biomasse. Wobei hier zu erwähnen ist, das Ackerbohnen als Leguminosen lediglich in ihr Jugendentwicklung geringe Mengen an mine- ralischem Stickstoff benötigen und der Bedarf in der Regel durch Mineralisationsprotzesse die bei der Bodenbearbei- tung zur Aussaat im Frühjahr mehr oder weniger in gang


kommen, bereits gedeckt wird. Bei fortschreitender Ent- wicklung der Pflanzen, wird der N-Bedarf ohnehin über Knöllchenbakterien an den Wurzeln und deren Bindung von Luftstickstoff sichergestellt. Weitere Aufgaben sind die Ver- besserung der Bodenstrucktur durch Bodenbedeckung und damit verbundener Erzeugung einer Schattengare, eine in- tensive Durchwurzelung der oberen Bodenschichten, die zu einer stabilen Krümelstrucktur und Lebendverbauung des Bodens im Krumenbereich führt. Gleichzeitig wird der Bo- den so mit leicht abbaubarer organischer Substanz


versorgt, das zur Erhöhung der biologischen Aktivität und Verbesserung der Bodenfruchtbarkeit und Bodengesund- heit führt. Durch die Begrünung der zum größten Teil mehr oder weniger hängigen Flächen über Winter wird somit auch sehr wirkungsvoll Bodenerosion vermieden. Das glei- che gilt dann auch bei der Bearbeitung des Bodens im Frühjahr, weil viel organische Masse der Zwischenfrucht an der Oberfläche verbleibt und somit die Energie der aufpral- lenden Regentropfen abfängt, so daß das Regenwasser besser in den Boden eindringen kann und nicht


Foto vom 23.10.2016,
die ZF hat sich zu einem
gleichmäßigen Bestand entwickelt.

oberflächlich abläuft oder zu Verschlämmungen führt. Zu diesem Zweck wird die, bereits weiter oben im Text in sei- ner Zusammensetzung näher beschriebene, ZF-Mischung Terra Life Aquapro angebaut. Das verwendete Gemenge ist in seiner Zusammensetzung bestens auf die betriebliche Fruchtfolge abgestimmt und enthält weder Kreuzblütler noch Leguminosen. Weil diese Arten bereits als Haupt- früchte in Reinsaat angebaut werden, währe ein zusätzli- cher und hoher Anteil dieser Arten in der ZF-Mischung, aus phytosanitärer Sicht als äußerst kritisch zu bewerten.


Begünstigt durch die trockene Witterung im Spätsommer und Herbst war vereinzelt ein Anstieg der Mäusepopulatio- nen auf den Ackerflächen festzustellen. Zwischenfruchtbe- stände bieten den Nagern ein reichhaltiges Nahrungsange- bot und dienen als Deckung vor Fressfeinden. Auf dem Fo- to ist ein typischer Fraßschaden von Feldmäusen in einem Zwischenfruchtbestand zu sehen. Rings um den Eingang des unterirdischen Gangsystem der Mäuse, ist die Zwi- schenfrucht mehr oder weniger komplett abgefressen. Auf Ackerflächen mit reduzierter Bodenbearbeitung ist


langfristig mit einem höheren Besatz an Feldmäusen zu rechnen. Wenn nicht rechtzeitig und konsequent geeignete Maßnahmen zur Förderung aller Natürlichen Fressfeinde der Mäuse ergriffen werden. Beispielsweiße das aufstellen von Sitzkrücken für Greifvögel und das abmähen der Feld- ränder um die bewirtschafteten Ackerflächen herum, kön- nen hierbei sehr hilfreiche Maßnahmen sein.

Jetzt im Herbst bei wieder feuchter Witterung, ist bereits eine sehr hohe Aktivität der Bodenorganismen im oberen


Bodenbereich festzustellen. Besonders viele Regenwürmer (Lumbricidae) die sich den Sommer über bei trockenen Verhältnissen meist in tieferen Bodenschichten aufhalten sind anzutreffen. Nach vorsichtiger Beseitigung der schüt- zenden Strohauflage im Zwischenfruchtbestand, sind direkt darunter viele Regenwürmer zu sehen. Die Realisierung ei- ner gut ausgebildeten Streusicht auf Ackerböden, über ei- nen möglichst langen Zeitraum, mit viel Bodenruhe, kann langfristig zum Anstieg der Population beitragen. Natürlich haben hier auch die Bodeneigenschaften und der Standort


einen großen Einfluß und im besonderem maße der Säure- grad des Bodens. Weil wir überwiegend Verwitterungsbö- den bewirtschaften, die ohne hin zu versauerung neigen, wenn wir nicht regelmäßig mit Gesteinsmehl arbeiten, müssen wir nicht zu letzt auch aus diesem Grund auf den Erhalt des optimalen pH-Wert achten.

Regenwurm in der obersten Bodenschicht bei der Nah- rungsaufnahme. Durch saugende Bewegung mit der Mund- öffnung wird Organischer Substanz aufgenommen.


In der Bildmitte ist ein nur schwach pigmentierter Regen- wurm (Lumbricidae) einer endogäischen Art zu sehen, die im Oberboden lebt. Endogäische Arten können entschei- dend zur Lebendverbauung, Gefügebildung und Krumensta- bilität beitragen. Im Hintergrund frisch abgegebene Wurmlo- sung. In der Bildmitte weiter unten eine Ameise. In der Bildmitte unten bereits stark zersetztes und von Pilzen überzogenes Weizenstroh der Vorfrucht.


In der obersten Bodensicht direkt unter der Grenze zur Streuauflage, ist der Boden bereits stark durchmischt mit zerkleinertem und von Pilzen überzogenem Weizenstroh und Wurzelresten der Vorfrucht. Ringsherum befindet sich jede Menge Wurmlosung. Anhand der rundlichen bis ovalen Form lassen sich diese frischen Ausscheidungen der Wür- mer relativ gut vom restlichen Boden unterscheiden.


Auf den beiden Fotos ist eine horizontal verlaufende Regen- wurmröhre im Oberboden dicht unterhalb der Streuauflage zu sehen. Röhrensysteme in dieser Dimension legen über- wiegend größere endogäische Arten, wie beispielsweise der große Ackerwurm (Octolasium lacteum) an. Endogäi- sche Arten können bei geeigneten Bodenverhältnissen bis in eine Tiefe von ca. 60 cm vordringen und in der Länge von 3-15 cm variieren. Durch das überwiegend horizontal verlau- fende Röhrensystem dieser Arten, wird unter anderem auch die Querverteilung von infiltriertem Regenwasser im


Wurzelraum begünstigt. Auf den beiden Fotos ist auch ein kleiner Laufkäfer zu sehen. Hierbei dürfte es sich mit gro- ßer Wahrscheinlichkeit um einen Kopfkäfer (Broscus ce- phalotes) handeln, läßt sich aber anhand der Größe auf den Fotos nicht sicher zuordnen. Der Kopfkäfer oder auch Kopfläufer genannt, ernährt sich überwiegend von kleineren Insekten und kleineren Pflanzenteilen. Er gräbt bis zu 15 cm Tiefe Gänge, teilweise auch mit zwei Ausgängen und überwintert durch vergraben in der Erde.


Auf diesem Foto ist der Eingang einer vertikal verlaufenden Regenwurmröhre unter der Streuauflage zu sehen. Anhand der Größe könnte es sich hier um die Wohnröhre oder die Verzweigung zur Wohnröhre, einer tief grabenden Regen- wurmart (anözische Art), wie beispielsweise dem Tauwurm (Lumbricus terrestris) handeln. Der bei guten Lebensbedin- gungen auf Ackerflächen sehr häufig vorkommt. Anözische Arten können bei geeigneten Bodenverhältnissen bis zu 3 m tiefe Gänge im Boden anlegen. Das die Infiltrationsleis- tung, den Gasaustausch, die Durchlüftung des Bodens und


die Humusakkumulation des Unterbodens wesentlich verbessern kann. Ein hoher Besatz an Regenwürmern, die sich grob in drei Gruppen einteilen lassen: Streubewohner (epigäische Arten), Mineralbodenbewohner (endogäische Arten) und den Tiefgräber (anözische Arten) kann die Bo- deneigenschaften sehr positiven beeinflussen. Wobei die beiden Letzt genannten Gruppen auf Ackerflächen von grö- ßerer Bedeutung sind. Weil bei den meisten Bewirtschaf- tungssytemen noch nicht der Erhalt einer Streuauflage über einen langen Zeitraum praktiziert wird oder nicht


Genetzte Ackerschnecke (Deroce-
ras reticulatum) im Zwischenfrucht-
bestand.

praktiziert werden kann und somit kein idealer Lebensraum für die zuerst genannte Art existiert.

Auch Ackerschnecke finden in den Zwischenfruchtbestän- den ideale Lebensbedingungen mit einem reichhaltigen Nahrungsangebot oder besser gesagt finden ein Überange- bot an Nahrung vor. Die feuchte Streuschicht aus gehäck- seltem Weizenstroh bietet ihnen, ganz abgesehen von der beschattenden Wirkung der Zwischenfrucht noch zusätzli- chen Schutz vor Sonneneinstrahlung am Tage. Direkte


Gelege einer Ackerschnecke in der
Streuschicht.

oder gar größere Schäden können die Schnecken durch Ihre fraß Tätigkeit in gut entwickelten Zwischenfruchtbe- ständen in der Regel aber nicht anrichten. Der Besatz und die Populationsdichte von Ackerschnecken und deren Ar- tenzusammensetzung auf Ackerflächen ist von vielen Fak- toren abhängig. Das Klima, die Fruchtfolge, die Bodenbear- beitung und das im jeweiligen Betrieb praktizierte Acker- bausystem haben hier großen Einfluss mit entsprechenden Schwankungen, je nach Witterungsverlauf der einzelnen Jahre. Mit einer entsprechend angepassten Fruchtfolge,


Eine kleine Spinne auf
                  dem Stängel einer Pflanze.





                  Gelege einer Acker-
                  schnecke nach dem umdre-
                  hen eines umherliegenden
                  Stein.

schafft man die Grundvoraussetzungen um überhaupt indi- rekt und nachhaltig gegen Ackerschnecken vorgehen zu können. Vor der S. Ackerbohnen Aussaat bestehen auch sehr gute Möglichkeiten zur Schneckenbekämpfung durch eine Frostbearbeitung. Dabei wird die bereits abgefrorene Zwischenfrucht, bei gefrorenem Boden flach (5 cm tief) mit einem Flügelschargrubber bearbeitet. Durch die Einwirkung von Frost (mindestens -3,5°C) kann so vor allem wirkungs- voll gegen die Genetzte Ackerschnecke und deren Gelege vorgegangen werden. Eine große Bedeutung hat hier auch



1



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die Förderung von Fressfeinden der Schnecken. Zu den Schneckenfeinden gehören viele Arten wie z. B. Goldlauf- käfer, Nematoden, die Bakterien in die Schnecken eintra- gen können, Hornfliegen als Parasiten, Igel, Reptilien und viele Vogelarten. Laufkäfer der Gattung (Carabus) z. B. der Goldlaufkäfer, werden durch den dauerhaften Pflug Verzicht besonders starke gefördert und gelten als potentielle Fressfeinde von Ackerschnecken.

Foto vom 23.10.2016, im Vordergrund ein Regenwurm,


Foto vom 31.12.2016

dahinter eine Käferlarve unter der Streuschicht, die sichzu- nächst tot stellt.

Ab Ende Dezember änderte sich die Wetterlage. Mit niedri- gen Temperaturen und zunächst leichtem Frost kam der Winter auch in Südhessen an. Ein kalter Winter mit frosti- gen Temperaturen wirkt sich prinzipiell positiv auf Boden und Pflanzen aus, wenn er nicht zu abrupt mit extremen Temperaturstürzen beginnt. Wintergetreide und Winterraps braucht dazu zunächst einen gewissen Kältereiz, um


allmählich den Stoffwechsel umzustellen und sich so an die niedrigen Temperaturen besser anpassen zu können. Wenn es richtig kalt wird, ist eine schützenden Schneede- cke wichtig. Darunter können die Pflanzen den Winter gut überdauern. Wobei lange Kahlfrost Phasen hingegen zu Auswinterungsschäden führen können. Für das vor den S.Ackerbohnen angebaute abfrierende Zwischenfruchtge- menge ist Kahlfrost vorteilhaft, damit diese zumindest bis spätestens gegen Ende des Winters sicher abfriert. Die Insekten, sowohl Schädlinge wie auch Nützlinge, können


sich generell sehr gut an kalte Winter angepasst. Richtig kalte Winter, die wir leider schon lange nicht mehr hatten, können Läusen und verschiedene andere Insekten nur in Form ihrer Eier, die sie im Herbst an geschützten Stellen abgelegt haben überdauern. In Anbetracht der Virusproble- matik 2016 bei Ackerbohnen und Erbsen, wäre ein harter Winter wünschenswert. Den die mit den verschieden Virus- typen beladenen und für die Übertragung relevanten Läuse- arten würden den Winter nicht in dem für die Übertragung erforderlichen Endwiklungsstadium (als infizierte Blattlaus)


Foto vom 10.02.2017, beim 1. Arbeits-
gang mit dem Flügelschargrubber,
30° schräg zur Hauptarbeitsrichtung.

überstehen. Das heißt die aus den Eiern geschlüpften Läu- se müssten sich dann erst wieder durch ihre Saugtätigkeit an infizierten Pflanzen im Frühjahr selbst infizieren, um die Viren an Ackerbohnen übertragen zu können. Auch vor dem Hintergrund der Mäusepopulation, die sich im trocke- nen Spätsommer und Herbst 2016 wieder leicht erholt hat- te, wäre ein sehr kalter Winter mit nässe und Wechselfrost ideal.

Vor der Aussaat der S.Ackerbohnen im Frühjahr werden


die Flächen in zwei Arbeitsgängen mit dem Flügelschar- grubber bearbeitet. Der erste Arbeitsgang wird im zeitigen Frühjahr bei geeigneten Bodenverhältnissen oder leichtem Frost durchgeführt und dient in erster Linie zur Beseitigung der nicht immer sicher abfrierenden Zwischenfrucht. Das teilweise noch vorhandene Ausfallgetreide und Unkräuter werden dabei gleich mit beseitigt. Der zweite Arbeitsgang wird kurz vor der Aussaat durchgeführt. Bei beiden Arbeits- gängen wird besonderen wert auf eine nur sehr flache Bear- beitung des Bodens gelegt, um die Struktur und den


kapillaren Anschluß an den Unterboden weitestgehend zu erhalten. Soweit das mit diesem Gerät eben technisch möglich ist. Die Scharflügel arbeiten dabei meist in eine tiefe von 5 cm, um ein gutes Arbeitsergebnis zu erreichen und die Scharspitzen je nach Verschleiß etwas tiefer.

Ab dem 13.03.2017 wurde der zweite Arbeitsgang mit dem Flügelschargrubber durchgeführt. Auch beim zweiten Ar- beitsgang wird 30° schräg, aber entgegengesetzt schräg zum ersten Arbeitsgang gefahren. Die Fahrgeschwindigkeit


Foto vom 13.03.2017, nach dem
2. Arbeitsgang mit dem Grubber.

bei der Bearbeitung beträgt 15 km/h. Die sonnigen und tro- ckenen Witterungsverhältnisse, die zu diesem Zeitpunkt herrschten, sind sehr hilfreich bei der Arbeit mit dem Grub- ber. Der durch die Flügelschare abgeschnittene Aufwuchs trocknet an der Oberfläche unter Einwirkung der Sonne gut ab. Auch Pflanzenwurzeln die durch den zweiten Arbeits- gang mit dem Grubber wieder an die Bodenoberfläche ge- langen, trocken dabei aus und können so bei später wieder einsetzendem Regen nicht wieder anwachsen.


Im Betrieb werden die S.Ackerbohnen ausschließlich zur Saatgutvermehrung angebaut. Das zur Aussaat benötigte Basissaatgut wird direkt vom Züchter (NPZ-Lembke) unge- beizt geliefert. Seit dem Jahr 2016 wird die tanninhaltige S.Ackerbohnen Sorte Fanfare vermehrt, die nach der Ernte von einer VO-Firma zu Z-Saatgut weiter verarbeitet wird. In diesem Jahr wird auf einem Teil der Ackerbohnenanbauflä- che ein Beiz- und Düngeversuch angelegt. Bei dem Ver- such wird die betriebsübliche Anbauvariante: Sorte: Fanfare Basissaatgut (ungebeizt), Kf Körner/m2: 40,


Aussaatmenge:
40 Kf Körner/m2
231,09 kg/ha

Unterfußdüngung: Superphosphat 18% P2O5 11% S, 181,00 kg/ha (33 kg P2O5 u. 20 kg S/ha), in 5 Versuchs- varianten mit aufbereitetem Basissaatgut und schrittweise reduzierter Unterfußdüngung verglichen. Die einzelnen Ver- suchsvarianten werden in 15 m breiten Parzellen (15 m Fahrgassensystem) über die gesamte Schlaglänge ange- legt mit einer einfachen Versuchswiederholung auf der an- grenzenden Fläche.


Das zur Saatgutaufbereitung verwendete Präparat, wurde speziell zu Testzwecke für diesen Versuch von der Firma Wilhelms GmbH hergestellt. Dabei handelt es sich um eine Beizformulierung mit der Produktbezeichnung Wilhelms Best Ackerbohne die aus einer Pulver- und Flüssigkompo- nente besteht. Die beiden Komponenten zusammen ent- halten kulturartspezifische Mykorrhizapilze, Rhizobien und Bakterien die für das Pflanzenwachstum und die Pflanzen- gesundheit förderlich sind. Durch die richtige Kombination von Mykorrhizapilze, Rhizobien und verschiedenen


weiteren Mikroorganismen in einer hier für geeigneten For- mulierung, in der diese auch bis zur Einbringung in den Bo- den mit dem Saatgut überlebensfähig bleiben, kann das Wasser- und Nährstoffaneignungsvermögen der Pflanzen entscheidend verbessert werden. Daraus wiederum resul- tieren widerstandsfähigere Pflanzen mit höherer Trocken- stresstoleranz. Die im Boden bereits vorhandenen Nähr- stoffe können so besser für die Pflanzen erschließbar wer- den. Dadurch kann gegebenenfalls die Düngung reduziert werden, weil die Nährstoffe effizienter genutzt werden.


Wenn mit Produkten die aus lebenden Mikroorganismen bestehen gearbeitet wird, ist besondere Sorgfalt oberstes geboten. Herstellerangaben bezüglich Lagerung, Lagerdau- er und Anwendung müssen genau eingehalten werden, da- mit die Anwendung später auch erfolgreich ist. Bei der ver- wendeten Beizformulierung ist eine möglichst kurze Lager- dauer im eigenen Betrieb bis zur Anwendung vorteilhaft. Die Lagerung sollte in den dafür geeigneten Räumlichkeiten bei einer Lagertemperatur von ca. 8 -10 °C stattfinden. Mit dem Beizen der Ackerbohnen für die Versuchsparzellen


wurde unmittelbar vor der Aussaat am 16.03.2017 begon- nen um eine optimale Wirkung zu gewährleisten. Die Do- sierung und der Beizvorgang selbst gestaltet sich sehr ein- fach. Das Saatgut für 1 ha mit 1 Liter Flüssigkomponente befeuchten und anschließend 1000 g der Pulverkomponen- te hinzugeben und mischen. Wir haben zum Beizen, einen zuvor gut mit Wasser gereinigten Betonmischer verwendet. Die Menge an Saatgut, die in den Mischer passt eingefüllt. Bei laufendem Mischer den für die Saatgutmenge entspre- chenden Anteil der Flüssigkomponente hinzugegeben,


Geteilter Tank        Dünger   Saatgut







Aussaat ab dem 16.03.2017

bis das Saatgut gleichmäßig befeuchtet war. Anschließen haben wir den entsprechenden Anteil der Pulverkomponen- te hinzugegeben, den Mischer solange weiter laufen lassen bis auch das Pulver gleichmäßig am Saatgut verteilt war. Unsere Erfahrungen haben gezeigt das die Pulverkompo- nente sehr gut am Saatgut anhaftet und nicht zum Verkle- ben des Saatgutes neigt. Ein kurzes Ablüften des Saatgu- tes nach dem Beizvorgang, beispielsweise in den Papier- säcken, ist ausreichend um es, ohne Probleme auch in ei- ner pneumatischen Drillmaschine verwenden zu können.


Bei der S.Ackerbohnen Aussaat werden die 20 mm breiten Lockerungszinken an der Strip-Till Drillmaschine auf eine Bearbeitungstiefe von 12 cm eingestellt (2. Bohrung an den Zinken). Das verstellen der Arbeitstiefe wird über einfaches umstecken der Bolzen an den Lockerungszinken vorge- nommen. Die Zinken haben jeweils 5 Bohrungen im Ab- stand von 4 cm und können somit flexibel je nach Locke- rungsbedürftigkeit der einzelnen Kulturarten und Bodenver- hältnisse angepasst werden. Direkt hinter den Lockerungs- zinken wird der Dünger abgelegt. Nach dem


Lockerungszinken folgt ein C-Zinken der mit einem Schnellwechselsystem (Bourgault Serie 200) ausgestattet ist. Anders als bei der Aussaat von Raps und Getreide (180 mm breites Schnell- Wechsel- Flügelschar und Saat- injektor mit zwei Ausläufen), wird bei S.Ackerbohnen ein nur 80 mm breites Schnell- Wechsel- Löffelschar als Sä- schar verwendet. Die Saatgutablage erfolgt direkt hinter dem Säschar über einen austauschbaren Saatinjektor, der in diesem Fall nur einen Auslauf hat. Die Tiefenführung er- folgt über zwei Räderpaare, die rechts und links an der


Maschine angebracht sind. Über jeweils zwei Spindeln lässt sich so die Saatgutablagetiefe einstellen. Am Heck der Maschine befindet sich ein doppelter Werkzeugträger, der federnd aufgehängt ist und sich in der Tiefe und im Winkel verstellen lässt. Am ersten Balken des Werckzeug- trägers sind Paddel angebracht die in den Zwischenräumen der Saatreihen arbeiten und die von den Lockerungszinken und Säscharen aufgeworfene Erde wieder einebnen. Am zweiten Balken sind Striegelzinken angebracht die über den Saatreihen arbeiten und so die Feinerde über dem


Saatbett nachverteilen. Direkt darüber ist der Vorauflauf- markierer zusammen mit der Beleuchtung montiert. Bei der Aussaat der Ackerbohnen wird generell mit dem Vorauflauf- markierer gearbeitet. Weil in Ackerbohnen nur wenige PSM zugelassen sind und in den meisten Fällen nur Pflanzen- schutzmaßnahmen unter Einbeziehung einer Vorauflaufbe- handlung erfolgreich sind. Anhand der typischen Strukturie- rung der Bodenoberfläche lässt sich der Reihenabstand von 33 cm gut erkennen. Das Saatgut wird bei einer Fahrge- schwindigkeit von 12 km/h in einer Tiefe von 6 cm abgelegt.


Unterhalb des Saatgutes befindet sich das Düngeband aus 181 kg/ha Superphosphat mit 18% P2O5 und 11% S das eine Nährstoffmenge von 33 kg P2O5/ha und 20 kg S/ha er- gibt. Somit ist bereits ein großer Teil der von den Acker- bohnen benötigten Menge an Phosphor und Schwefel, in Abhängigkeit des Bodenvorrates und der Ertragserwartung, abgedeckt. Das Düngeband das zum Großteil aus wasser- löslichem Phosphor besteht und somit leicht pflanzenver- fügbar ist, regt zusätzlich die Stickstoffbindung der Knöll- chenbakterien an. In Verbindung mit dem ebenfalls in


Foto vom 21.03.2017,
bei der Vorauflaufbehandlung.

wasserlöslicher Form vorliegenden Schwefel, der unter an- derem auch für den Körperaufbau der Knöllchenbakterien von großer Bedeutung ist, wird so die etwas zögerliche Ju- gendentwicklung der Ackerbohne unterstützt.

Die Unkraut- und Ungrasbekämpfung bei S.Ackerbohnen zur Saatgutvermehrung erfolgt im Betrieb in einer Spritzfol- ge die sich in drei Bereiche unterteilen lässt. Einer Vorauf- laufbehandlung gegen Unkräuter, einer Nachauflaufbehand- lung gegen Ungräser und Ausfallgetreide und bei Bedarf


Foto vom 21.03.2017,
bei der Vorauflaufbehandlung.

einer Nachbehandlung gegen Problem Unkräuter. Am 21.03.2017 wurde die erste Unkrautbekämpfung im Vorauf- lauf durchgeführt. Die Vorauflaufbehandlung erfolgt mit: Bandur (Aclonifen 600 g/l, WK F3) 2,50 l/ha + Stomp Aqua (Pendimethalin 455 g/l, WK K1) 2,50 l/ha. Das sind zwei Präparate die sich in Ihrer Wirkung gegenseitig gut ergän- zen durch den Anteil von Bandur muss die Mischung spä- testens 3 Tage nach der Aussaat appliziert werden. Wie bei den meisten Bodenherbiziden, ist auch hier eine ausrei- chende Bodenfeuchte vorteilhaft, für eine optimale Wirkung.


Eine ausreichend tiefe Saatgutablage (mindestens 5 cm) sollte ebenfalls eingehalten werden, damit es bei stärkeren Regenfällen nicht zu Wirkstoffverlagerungen und Schäden an den Kulturpflanzen kommen kann.

Foto vom 03.04.2017, Entwicklungsstadium: BBCH 09 (Auflaufen, Spross durchbricht Bodenoberfläche). Die Nie- derschläge in den zurückliegenden Tagen haben zu einem weiteren Absetzen des Bodens beigetragen. Nach dem abtrockne des Bodens, hat das zu leichten Verkrustungen


geführt. Unsere Verwitterungsböden neigen aber im Allge- meinen nicht so leicht zum verschlämmen. Durch den ver- bleib von viel organischer Masse aus der Zwischenfrucht und dem Stroh der Vorfrucht an der Bodenoberfläche, kann es ohnehin nicht so leicht dazu kommen. Ackerbohnen ha- ben zwar einen hohen Keimwasserbedarf, aber im Frühjahr ist in den meisten Jahren ausreichend Niederschlag vor- handen. Mit 6 cm Ablagetiefe haben wir sehr gute Erfahrun- gen auf unseren Verwitterungsböden gemacht. Ackerboh- nen brauchen nicht nur Wasser, sondern auch Luft zum


Atmen, für eine gute Entwicklung der Wurzelknöllchen. Keimpflanzen können auch Temperaturen von -5° C gut ver- kraften. Das grobkörnige Saatgut der Ackerbohnen hat meist eine ausgesprochen gute Triebkraft.

Foto vom 04.04.2017, Entwicklungsstadium: BBCH 10 (Auflaufen, zwei schuppenförmige Niederblätter sichtbar). Unmittelbar nach dem der Spross die Bodenoberfläche durchbrochen hat, beginnt die Blattentwicklung. Ackerboh- nen bilden während dem Auflaufen zunächst zwei


schuppenförmige Niederblätter aus.

Foto vom 09.04.2017, Entwicklungsstadium: BBCH 11 (1. Laubblatt entfaltet). Die Ackerbohnenbestände sind relativ gleichmäßig aufgelaufen und die Pflanzen haben bereits das erste Blattpaar voll entwickelte. Bei Ackerbohnen zählt immer ein Blattpaar als ein Blatt, anders als bei Rüben oder Raps.


Foto vom 09.04.2017, Ackerbohnenpflanze gegen Ende des Entwicklungsstadiums: BBCH 11 (1. Laubblatt entfal- tet). Das zweite Blatt ist bereits nach unten geneigt aber noch nicht komplett entfaltet. Seitlich am Blatt ist ein Rothalsiges Getreidehähnchen (Oulema melanopus) zu sehen. In Ackerbohnenbeständen kann aber weder der Kä- fer noch die Larve Schäden verursachen.


Foto vom 12.04.2017, Entwicklungsstadium: BBCH 12 (2. Laubblatt entfaltet). Die Nachauflaufbehandlung gegen Un- gräser erfolgt in den meisten Fällen mit: Fusilade Max (Fluazifop-P-butyl 125 g/l, WK A) 1,00 l/ha. Im Randbe- reich oder auf Teilflächen mit Trespen-Besatz (2,0 l/ha) muss bei Bedarf entsprechend höher dosiert werden. In Ackerbohnen sind auch noch weitere Graminizide zur Aus- fallgetreide, Ungräser (Afu, Windh.), Flughafer und Hirsen- bekämpfung im Nachauflauf zugelassen, die aber alle der gleichen Wirkstoffklasse (WK A) angehören und somit


Foto vom 12.04.2017

keine wirkliche Alternative darstellen. Entscheidend für den Wirkungserfolg ist eine gute Formulierung des Präparats, optimale Bedingungen bei der Anwendung, idealerweiße im 3-Blattstadium der Ungräser oder des vorhandenen Ausfall- getreide. Das Wachstumstadium der Ackerbohnen ist für die Behandlung nicht relevant. Erfahrungsgemäß befinden sich die Bestände zum Zeitpunkt der Behandlung meist in BBCH 12 (2. Laubblatt entfaltet). Das Präparat Panarex hat auch eine Zulassung gegen Quecke in Ackerbohnen mit einer Aufwandmenge von 2,25 l/ha. Wie auf den Fotos vom


Foto vom 12.04.2017

12.04.2017 unschwer zu erkenne ist, hatte die Vorauflauf- behandlung mit Bandur und Stomp Aqua zu Blattaufhellun- gen an einzelnen Ungrasarten und Ausfallgetreide geführt. Diese Teilwirkung gegen Ungräser ist aber für die sichere Kontrolle bei weitem nicht ausreichend. Nach dem Auflau- fen der Ackerbohnen sollten die Bestände auch in regelmä- ßigen abständen auf den Besatz mit Blattrandkäfer kontrol- liert werden. Flächen in unmittelbarer Nachbarschaft zu an- deren Leguminosen, an Waldränder gelegene Flächen und Flächen in sonniger Lage sind hier meist besonders


betroffen. Eine Bekämpfung mit einem dafür Zugelassenen Pyrethroid sollte erst bei einem Besatz von 5 bis 10 Käfer pro m² durchgeführt werden. Unter Umständen kann auch eine Randbehandlung ausreichend sein. Auch die Kombi- nation mit der Gräserbehandlung ist möglich.

Ackerbohnenpflanzen mit Fraßspuren des Blattrandkäfers, gut zu erkennen an den kleinen bogenförmigen Fraßstellen die von dem Käfer verursacht werden. Den eigentlichen Schaden verursachen allerdings die Larven des


Blattrandkäfers, durch das Fressen an den Wurzeln. Aber auch durch den Blattfraß der Käfer können Viruskrankhei- ten übertragen werden. Blattrandkäfer können bis zu 1.000 Eier/Vegetationsperiode legen.

Klettenlabkraut und Kamille werden durch die Vorauflaufbe- handlung mit 2,50 l/ha Bandur (Aclonifen 600 g/l, WK F3) + 2,50 l/ha Stomp Aqua (Pendimethalin 455 g/l, WK K1) nicht immer sicher erfasst. Das liegt vor allem daran das sowohl der Wirkstoff Aclonifen als auch Pendimethalin


Klettenlabkraut, das durch die VA-
Behandlung vom 21.03.2017 nur
teilweiße ausreichend erfasst wurde.

gegenüber Kamille gewisse schwächen aufweist. Bei der Bekämpfung von Klettenlabkraut trägt der Bandur Wirkstoff Aclonifen die größte Last. Pendimethalin hat nur eine Teil- wirkung gegenüber Klettenlabkraut. Klettenlabkraut kann auch in mehreren Wellen auflaufen. In bestimmten Fällen kann hier nur eine erfolgreiche Kontrolle, durch eine Spritz- folge aus einer VA-Behandlung mit einem Boden-Herbizid (oder eine Kombination von Boden-Herbiziden) und einer NA-Behandlung mit einem Kontaktmittel, das nur über das Blatt wirkt, sichergestellt werden. In Ackerbohnen steht für


Foto vom 23.04.2017

diesen Fall allerdings nur noch ein einziges NA-Herbizid zur Verfügung und das auch nicht mehr lange. Basagran (Bentazon 480 g/l, WK C3), im Splittingverfahren. Ba- sagran hatte eine Zulassung bis 31.12.2016, zur Zeit be- steht für dieses Produkt nur noch eine Aufbrauchfrist bis zum 30.06.2018.

Am 22.04.2017 wurde bei weiterhin trocken Bodenverhält- nissen und ausreichendem zeitlichem Abstand zur Ungras- behandlung eine Nachbehandlung gegen Problem


Foto vom 23.04.2017

Unkräuter (Klettenlabkraut und Kamille) durchgeführt. Die Pflanzen in den Ackerbohnenbeständen bilden bereits das 3. Laubblatt aus. Die Behandlung erfolgt wie bereits er- wähnt mit Basagran, im Splittingverfahren. 1. Behandlung: Basagran (Bentazon 480 g/l, WK C3) 1,00 l/ha + Oleo FC 0,50 l/ha, 8-10 Tage später, 2. Behandlung: Basagran (Bentazon 480 g/l, WK C3) 1,00 l/ha + Oleo FC 0,50 l/ha. Bei der Anwendung von Basagran (Bentazon) ist besonde- re Vorsicht geboten. Ackerbohnen vertragen den Wirkstoff (Bentazon) am besten nach dem Auflaufen bis 5 cm


Abb. 1: Klettenlabkraut

Wuchshöhe, also wenn die Pflanzen noch klein sind. Die Bestände (besonders bei Saatgutvermehrung) müssen da- her unbedingt frühzeitig auf das Vorhandensein von Pro- blem Unkräuter hin überprüft werden. Werden diese erst entdeckt, wenn sich die Ackerbohnen bereits im Entwick- lungsstadium: BBCH 13-14 (3.-4. Laubblatt entfaltet) befin- den, kann das schon zu spät sein. Selbst wenn dann gleich behandelt werden kann, muss 8-10 Tage später die 2. Behandlung erfolgen und die Ackerbohnen wachsen dem optimalen Anwendungstermin davon. Unter normalen


Abb. 2: Trespen

Witterungsbedingungen vertragen die Ackerbohne diesen Spritzschock ganz gut. Bei Trockenstress oder starker Sonneneinstrahlung kann das aber schnell zu Verätzungen an den Blättern führen die nur langsam herauswachsen. Die beste Wirkung erreicht man, wenn die Splitting-Anwen- dung mit Basagran in den Auflauf der Unkräuter (NAK) er- folgt. Auf der Abb. 1 ist Klettenlabkraut (links im Keimblatt- stadium und rechts oben nach der Ausbildung des ersten Quirl) zu sehen, das so noch sicher mit erfasst werden kann. Aber auch größere Unkräuter, die durch die


Abb. 3: Ausfallgetreide und
Ackerstiefmütterchen

VA-Behandlung zumindest teilweise geschädigt wurden, wie beispielsweise das Ackerstiefmütterchen (Bildmitte un- ten) in Abb. 3, werden in der Regel noch ausreichend mit erfasst. Zum jetzigen Zeitpunkt lässt sich auch gut der Er- folg der Gräserbekämpfung vom 12.04.2017 überprüfen. Die Wirkung kann in Abhängigkeit von Luftfeuchtigkeit und Wärme innerhalb von 10 bis 14 Tagen nach der Spritzung eintreten. Auf der Abb. 2 sind Trespen zu sehen die bereits deutliche absterbe Symptome aufweisen: Die Pflanzen wei- ßen bereits deutliche Verfärbungen auf und die Herzblätter


Foto vom 30.04.2017

lassen sich leicht mit zwei Finger herausziehen. Das glei- che gilt auch für das Ausfallgetreide auf der Abb. 3, das in Abhängigkeit vom jeweiligen Entwicklungsstadium mit we- sentlich geringeren Aufwandsmengen sicher bekämpfbar ist.

Bei sonnigem Wetter haben sich die Ackerbohnenbestän- de gut weiter entwickelt. Nachdem das 3. Laubblatt nun komplett entfaltet ist, beginnen die Pflanzen sich allmäh- lich zu Strecken. Die Blätter sind mittlerweile nicht mehr


ganz so fleischig und fest wie in ihrer Anfangsendwicklung, das die Pflanzen aber auch zunehmend empfindlicher für bestimmte Herbizide wie Basagran werden lässt. Aus die- sem Grund wurde bereits am 29.04.2017 die zweite Nach- behandlung gegen Problem Unkräuter durchgeführt. Ba- sagran Splitting 2. Behandlung: Basagran (Bentazon 480 g/l, WK C3) 1,00 l/ha + Oleo FC 0,50 l/ha. Einzelne Pflan- zen hatten zu diesem Zeitpunkt bereits eine Wuchshöhe von fast 7 cm erreicht.


Durch die zweite Behandlung mit Basagran dürfte das Klet- tenlabkraut das durch die erste Behandlung nur teilweise geschädigt wurde, ganz ausgeschaltet sein.


Foto vom 10.05.2017

Der Regen in den zurückliegenden Tagen hat zu einem Entwicklungsschub bei den Ackerbohnen geführt. Auf dem Foto ist die Fläche zu sehen auf der die Demonstrations- parzellen angelegt sind. Der Bestand zeigt sich bis jetzt sehr homogen. Es sind, bis jetzt keine Unterschiede in den 15 Meter breiten Demoparzellen (15 m Fahrgassensystem) festzustellen, obwohl 5 verschieden Varianten mit aufberei- tetem Basissaatgut und schrittweise reduzierter Unterfuß- düngung direkt nebeneinander auf dem Schlag angelegt sind.


Den Herbizidstress durch die beiden Behandlung mit Ba- sagran haben die Pflanzen gut überstanden und etwaige Blattverätzungen hervorgerufen durch Überlappungen am Vorgewende sind mittlerweile herausgewachsen.


Zwischen den einzelnen Reihen sind noch relativ viele Strohreste und abgestorbenes Pflanzenmaterial an der Bo- denoberfläche zu erkennen.


Foto vom 10.05.2017, BBCH 14

Die Ackerbohnenpflanzen befinden sich zur Zeit im Ent- wicklungsstadium: BBCH 14-15 (4.-5. Laubblatt entfaltet). Auf den beiden Fotos sind Ackerbohnenpflanzen zu sehen die den bisherigen Entwicklungsstand der Bestände Reprä- sentieren.

Disteln sind in Ackerbohnen mit Herbiziden als Flächen- spritzung direkt nicht bekämpfbar. Eine gezielte Bekämp- fung sollte daher bereits in der Getreidevorfrucht (z. B. W.Weizen) erfolgen, wenn im darauf folgenden Jahr


Foto vom 10.05.2017, BBCH 15

Ackerbohne angebaut werden sollen. Dies gilt in besonde- rem Maße für Flächen, die in der Vergangenheit bereits mit Distelbesatz aufgefallen sind. In Getreidebeständen lässt Sie sich zum richtigen Zeitpunkt kostengünstig und nach- haltig mit einem wuchstoffhaltigen Präparat wie z. B. U46 M-Fluid (MCPA 500 g/l, WK O) 1,50 l/ha bekämpfen. Die Ackerkratzdistel gehört zu den Wurzelunkräutern ist zu- gleich ein Pionier- und Zeigerpflanze.


Auf dem Foto ist eine noch junge Ackerkratzdistel im Ackerbohnenbestand zusehen die durch die zurückliegen- den Pflanzenschutzmaßnahmen Blattverfärbungen und Verätzungen aufweist. Solche Pflanzen können sich unter Umständen in Abhängigkeit von ihrer Größe wieder erholen und sterben in der Regel nicht sicher ab. Die einzigen Mög- lichkeiten der Bekämpfung sind hier entweder das manuell entfernen (z. B. durch herausreißen) oder einer Einzelpflan- zenbekämpfung mit der Rückenspritze.


Mittlerweile sind schon sehr zahlreich Marienkäfer anzutref- fen. Überwiegend sind es Siebenpunkt-Marienkäfer (Cocci- nella septempunctata) die in den Beständen aktiv sind. Blattläuse sind zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht in nen- nenswerten Populationen anzutreffen, dazu ist es noch zu früh.


Weichkäfer sind in Ackerbohnen von Mai bis Juni sehr häu- fig und meist in großer Zahl zu beobachten. Bei uns kommt überwiegend der Gemeine Weichkäfer (Cantharis fusca) vor, der sich gut von den anderen Weichkäferarten durch den schwarzen Punkt auf dem vorderen ende, des roten Halsschildes unterscheiden lässt. Die Tiere sitzen meist auf den Pflanzen wo sie Ausschau nach Blattläuse und andere kleine Insekten halten. Auch die Larven des Gemeinen Weichkäfer verzehren Schnecken und kleinere Insekten. Der Gemeine Weichkäfer ist sowohl als Larve


wie auch als fertiger Käfer äußerst nützlich und ein gerne gesehener Gast auf Ackerbohnenflächen.


Foto vom 18.05.2017, BBCH 50

Die Ackerbohnen haben, trotz der Trockenheit in den zu- rückliegenden Tagen, viel Blattmasse gebildet. So das jetzt ideale Bedingungen für die geplante Blattdüngung mit Bor herrschen. Ackerbohnen haben einen nur mittleren Bedarf an Bor im Gegensatz zu Raps oder Rüben. In Anbetracht der Standortgegebenheiten in Bezug auf Bodenart und Nie- derschlagsverteilung wird eine Bor Düngung zu Ackerboh- nen für notwendig befunden. Die Blattdüngung mit Bor, wird nicht aus gründen eines Bor mangels des Bodens im ei- gentlichen sinne, sondern aus Gründen der besseren


Verfügbarkeit dieses Spurennährstoffes für die Pflanzen durchgeführt. Die Blattdüngung ist die effektivste Form zur Sicherung der Spurennährstoffversorgung, weil die Nähr- stoffe direkt über das Blatt aufgenommen werden und nicht der Gefahr der Festlegung im Boden unterliegen. Die Blatt- düngung wurde mit Bor 150 (Borethanolamin 150 g/l B) 1,00 l/ha im Entwicklungsstadium: BBCH 50 (Blütenknos- pen vorhanden, jedoch von Blättern umhüllt) durchgeführt. Theoretisch lässt sich eine Blattdüngung auch mit einer Insektizid- oder Fungizidmaßnahme kombinieren.


Wichtiger ist es hierbei aber, gezielt auf Stresssituationen der Pflanzen zu reagieren und nicht das Verschieben zu ei- nem späteren Zeitpunkt um jeden Preis: nur, um eine Über- fahrt sparen zu können. Die Applikation erfolgte im solo Einsatz, weil zu diesem Zeitpunkt noch kein bekämpfungs- würdiger Besatz mit Blattläusen vorhanden war und es für eine Fungizidbehandlung einfach noch zu früh ist.


Auf dem Foto vom 18.05.2017 ist der Abschnitt mit der Blütenanlage eine Ackerbohnenpflanze im Entwicklungs- stadium: BBCH 50 aus der Nähe zusehen. Die Blütenknos- pen sind noch komplett umhüllt. Direkt unterhalb der Blü- tenanlage befinden sich Nebenblätter mit einem dunkelvio- lette Fleck, an denen die Pflanze tröpfchenweise Nektar zum Anlocken von Insekten abgeben kann. Diese Pflan- zenteile bezeichnet man als Nektarien. Ackerbohne und viele weitere Pflanzenarten produzieren Nektar nicht nur in den Blüten, sondern auch in speziellen Geweben anderer


Pflanzenteile, die man als extraflorale Nektarien bezeich- net. Die extrafloralen Nektarien dienen als indirekter Schutz der Pflanzen vor Insekten die eine essentielle Be- drohung für Sie darstellen können wie z. B. Blattfressende Insektenarten. Durch den zuckerhaltigen Saft werden nütz- liche Insekten wie Ameisen und verschiedene Wespenar- ten angelockt die die Pflanze auf ihre Art und Weise vor Schädlingen schützen können. Es gibt aber auch Arten die nicht nur den Nektar an den extrafloralen Nektarien trinken, sondern gleich das dazu gehörende Pflanzengewebe mit


Entwicklungsstadium BBCH 51:
(Erste Blütenknospen sichtbar).

vertilgen wie z. B. Raupen, Grillen und Heuschrecken. In den Nektarien von Ackerbohnen befindet sich, aber eine bestimmte Aminosäure in hoher Konzentration, die auf In- sekten toxisch wirkt und daher die meisten Arten vor dem Verzehr des kompletten Gewebes abhält. Einzelne Pflan- zen waren zu diesem Zeitpunkt in Ihrer Entwicklung auch schon etwas weiter fortgeschritten. Auf dem Foto ist gut zu erkennen das bereits an einer der Blütenanlagen eine der Blütenknospen mehr oder weniger komplett sichtbar ist.


Die Anzahl an Marienkäfer in den Ackerbohnenbeständen hat bei den hohen Temperaturen mittlerweile merklich zu- genommen außer dem sehr häufig vorkommende Sieben- punkt-Marienkäfer (Coccinella septempunctata) ist jetzt auch eine weitere Arten zu beobachten. Der Asiatische Marienkäfer (Harmonia axyridis). Diese Marienkäfer stammt nicht, wie sein Name schon verrät aus Deutschen Gefilden, sondern ist ursprünglich in Ostasien beheimatet. Das Aussehen der Käfer kann sehr unterschiedlich sein was die Farbe und die Anzahl der Punkte betrifft. Ein


wichtiges Erkennungsmerkmal ist das schwarze M auf dem weißen Halsschild das aber auch nicht immer vorhan- den sein muss. Er wurde ursprünglich zur biologischen Schädlingsbekämpfung gezüchtet und später auch nach Europa zum Schutz von Nutzpflanzen vor Blattläusen ein- geführt. In Deutschland tritt er seit einigen Jahren auch auf und dringt aus Richtung Frankfurt (Main) weiter nach Sü- den vor. Inzwischen gibt es Ihn in fast allen Regionen Deutschlands.


Auf diesem Foto ist ein gelb gefärbter Marienkäfer zu se- hen. Eine sicher Zuordnung ist hier anhand des Fotos un- möglich. Bei Marienkäfer ist die Variabilität von Färbung und Zeichnung selbst unter ein und derselben Art so groß das sich eine sichere Bestimmung äußerst schwierig ge- staltet.


In den Wald nahen Ackerbohnenflächen sind mittlerweile auch noch weitere Weichkäfer Arten anzutreffen, die eben- falls auf der Suche nach Blattläusen und kleinen Insekten sind. Hierbei dürfte es sich um die Art Absidia rufotestacea oder Cantharis rufa handeln.


Auf den Blättern der Ackerbohnen sind jetzt auch Weich- wanzen unterwegs. Bei der auf dem Foto zu sehenden Weichwanze dürfte es sich um eine Gemeine Wiesenwan- ze (Lygus pratensis) handeln. Beifuß-Weichwanze (Lygus gemellatus) sind dieser Art sehr ähnlich und man muss schon sehr genau hin schauen, um sie voneinander zu un- terscheiden. Die meisten Weichwanzen Arten ernähren sich von Pflanzensäften und Nektar von Blüten. Die Nah- rungsaufnahme geschieht dabei durch anstechen des Pflanzengewebes und saugen. Die Weibchen der


Wiesenwanze legen ihre Eier von Mai bis Juni, wobei sie dazu oft Blütenknospen nutzen, in die sie durch einstechen ihre Eier ablegen. Ein natürlicher Gegenspieler (Antagonist) der Wiesenwanze ist die Schlupfwespe. Unter den ver- schiedenen Weichwanzen Arten gibt es sowohl Nützlinge wie auch Schädlinge. Zu den nützlichen Weichwanzen zählen die räuberisch lebenden Arten.


Foto vom 26.05.2017,
Fläche mit den Demoparzellen.

Trotz der weiterhin anhaltenden Trockenheit, sind die Ackerbohnenbestände durchweg noch sehr gleichmäßig in Ihrem Wuchs. Auch auf den Schlägen mit den Demopar- zellen und den Wiederholungsparzellen sind rein äußerlich bis jetzt keine Unterschiede in der Pflanzenentwicklung festzustellen. Die Masse der Ackerbohnenpflanzen befin- den sich im Entwicklungsstadium: BBCH 62-63 (Blüte, et- wa 2-3 Blütentrauben pro Pflanze in Blüte). Einzelne Pflan- zen hatten zu diesem Zeitpunkt eine Wuchshöhe von über 60 cm.


Ackerbohnenpflanze im Entwicklungsstadium: BBCH 62 (Blüte, etwa 2 Blütentrauben pro Pflanze in Blüte).


Ackerbohnenpflanze im Entwicklungsstadium: BBCH 63 (Blüte, etwa 3 Blütentrauben pro Pflanze in Blüte).

Die Ackerbohnenblüten werden von Hummeln und Bienen gleichermaßen besucht. Für die Befruchtung ist die Acker- bohne auf beide Arten angewiesen. Die Aufnahme von Nek- tar oder Pollen geschieht aber in der Regel nicht gleichzei- tig. Weil der Nektar am Grund der Ackerbohnenblüte für die Honigbiene und Erdhummel mit relativ kurzem Rüssel nur schwer zugänglich ist. Erdhummeln sind aber in der Lage,


am Grund der Ackerbohnenblüte ein Loch durch die Kelch- und Blütenblätter zu beißen, wodurch sie direkt an den Nektar gelangen können. Auch Honigbiene und andere be- stäubende Insektenarten nutzen diese Löcher um so an den Nektar zu gelangen. Natürlich sind solche rein Nektar orientierte Blütenbesuche für die Bestäubung und Befruch- tung der Pflanzen direkt unwirksam. Indirekt werden durch die Löcher aber weitere Insektenarten, darunter auch weite- re bestäubende Arten angelockt. Auf den Ackerbohnenflä- chen ist Alljährlich zu beobachten das fast alle Blüten


unmittelbar nach Ihrem Aufblühen solche Löcher aufwei- sen.

Auf dem Bild sind drei Ackerbohnenblüten zu sehen, zwei davon haben ein frisch angelegtes Loch am Grund der Blü- te, das durch die Kelch- und Blütenblätter reicht. Bei der ersten Blüte unmittelbar neben dem Stiel ist dieses sehr deutlich zu erkennen.


Erdhummel

Auf dem Foto ist eine Erdhummel (Arbeiterin mit Pollen- klumpen an den Hinterbeinen) an einer Ackerbohnenblüte zu sehen. Nähere angaben zu der Art, kann man aber an- hand des Fotos nicht machen, weil Erdhummeln sehr schwer voneinander zu unterscheiden sind. Es kann sich hierbei um eine Dunkle Erdhummel (Bombus terrestris), Helle Erdhummel (Bombus lucorum), Kryptarum-Erdhum- mel (Bombus cryptarum) oder die Große Erdhummel (Bombus magnus) handeln. Alle 4 Arten haben nahezu das gleiche Farbmuster mit nur minimalen unterschieden,


das eine exakte Bestimmung ohne weiteres nahezu un- möglich macht. Die Dunkle Erdhummel (Bombus terrestris) gehört zu den größten und am häufigsten vorkommenden Hummelarten. Sie ist auch die wichtigste Art in der kom- merziellen Hummelzucht, als Bestäuberinsekten. Hum- meln (Bombus) zählen zu den Wildbienen. Hummeln flie- gen, in Abhängigkeit der jeweiligen Art bereits ab 2 bis 8 °C Außentemperatur. Ihren dichten Pelz schützt Sie wir- kungsvoll vor Auskühlung. Durch Muskelzittern sind sie in der Lage ihre Körpertemperatur auf die für sie optimale


Flugtemperatur von 37 °C innerhalb kurzer Zeit zu erhöhen. Im Frühjahr kann man daher schon Hummeln bei der Fut- tersuche beobachten, wenn andere Insekten wegen den kühlen Temperaturen noch nicht aktiv sind. Hummeln kön- nen an einem Tag 3 bis 4 mal so viele Blüten anfliegen wie eine Honigbiene. Pro Minute können Sie dabei bis zu 70 Blüten anfliegen und bestäuben. Die Königin der Erdhum- mel baut im Frühjahr ab Mitte März ihr Nest in Erdlöcher. Bevorzugt werden dazu verlassene Gänge von Mäusen oder Maulwürfen verwendet. Das Nest kann bis zu 1,50 m


tief in der Erde liegen. Darin werden in ungeordneter Bau- weise Zellen für Nektar, Pollen und die Brut angelegt. Ein Hummelvolk kann je nach Art und Saison des Jahres aus 100 bis 600 Tieren bestehen. Die Königin des Hummelvol- kes kann ein Jahr alt werden. Die Arbeiterinnen und Männ- chen werden meist nur 3 bis 4 Wochen alt.

Ab Beginn der Blüte sollten die Ackerbohnenbestände in regelmäßigen Abständen auf den Besatz mit der Schwar- zen Bohnenblattläuse (Aphis fabae) hin kontrolliert werden.


Der Befall beginnt meist am Feldrand. In vielen Fällen kön- nen die natürliche Feinde den Besatz mit Blattläuse unter der Schadschwelle halten und die Schäden bleiben gering. Kritisch wird es meist erst ab Beginn der Blüte, wo sich schnell durch die Witterung noch unterstützt große Popula- tionen aufbauen können. Eine Bekämpfung sollte aber nur gezielt nach erreichen der Schadschwellen durchgeführt werden. Ertragsrelevante Schäden können in den meisten Fällen erst nach Koloniebildung mit anschließender Mas- senvermehrung entstehen. Der eigentliche Schaden


entsteht durch die Saugtätigkeit der Blattläuse an den Pflanzen. Durch das Saugen an den Trieben werden diese im wuchs gehemmt, die Blüten und erste kleine Hülsen verkümmern dabei regelrecht. Die Ausscheidungen der Blattläuse (Honigtau) verringern die Photosyntheseleistung und machen dir Pflanzen anfälliger für Krankheiten. Auch die Grüne Erbsenblattlaus (Acyrthosiphon pisum) ist in Ackerbohnenbeständen häufig zu beobachten, man muss aber sehr genau hinschauen, um sie in den Beständen zu entdecken. Blattläuse können aber auch Viruskrankheiten


übertragen. Günstig für die Verbreitung mit Viren wirken sich auch aufeinander folgende Jahren mit sehr milden Wintern und nur wenigen Frosttagen oder nur geringem Frost aus. Weil die bereits mit Viren infizierte Blattläuse den Winter unter Umständen unbeschadet überstehen kön- nen und es so frühzeitig zu Neuinfektionen kommen kann. Im normalen Entwicklungszyklus der Blattläuse ist das nicht so frühzeitig und schnell möglich, weil sich die erst geschlüpften Blattläuse, erst selbst wieder infizieren müss- ten um einen Virus weiter übertragen zu können. Nach


Abb. 4: Befallsbeginn, Blattläuse

solchen Jahren sollte man besonders wachsam sein und die Bestände bereits sehr frühzeitig kontrollieren. Die Grü- ne Erbsenblattläuse (Acyrthosiphon pisum) ist viel bewegli- cher im Bestand als die Schwarze Bohnenblattläuse (Aphis fabae) und kann so für eine schnellere Verbreitung von Viren sorgen. Auf der Abb. 4 ist eine Einzelpflanze zu sehen die einen noch geringen Besatz mit der Schwarzen Bohnenlaus aufweist, sozusagen die Vorstufe zum Beginn einer Koloniebildung. Auch eine Ameise ist zu sehen, die sich direkt über einer Gruppe von Blattläusen befindet.


Abb. 5: Blattl. Kolonie

Das Zusammenleben von Ameisen und Blattläusen ist äu- ßerst komplex. Ameisen sind in der Lage Blattläuse als Haustiere zu halten, um sie dann regelrecht zu melken. Der von den Blattläusen produzierte Honigtau enthält viele Kohlenhydraten und ist daher sehr nahrhaft. Auf der Abb. 5 ist eine Einzelpflanze im Bereich der Blütenanlage zu se- hen, mit einer sehr ausgeprägten Stängel umfassenden Kolonie der Schwarzen Bohnenlaus. Im oberen Bereich trinkt eine Ameise Nektar an den extrafloralen Nektarien der Pflanze. Ameise können ein Sekret absondern, das


Abb. 6: Blattl. Kolonie

eine betäubende Wirkung auf die Blattläuse hat und sie so von der Flucht abhält. Eine weitere Maßnahme um sich die Blattläuse gefügig zu machen ist das Abbeißen der Flügel. Auf der Abb. 6 in der Bildmitte ist ein Marienkäfer dicht ne- ben einer Blattlauskolonie zu sehen. Marienkäfer können wie bereits erwähnt sehr unterschiedlich gefärbt sein. Mari- enkäfer und ihre Larven ernähren sich von Blattläusen, wo- bei die erwachsene Käfer bis zu 100 Blattläuse pro Tag ver- zehren können. Ameisen schützen ihre Blattläuse in der Regel vor Angreifern wie Marienkäfern. Die Ameise im


Abb. 7: Starkbefall, Blattläuse

oberen Bereich scheint, allerdings durch die aufnahm von Nektar an den Nektarien zu sehr abgelenkt zu sein. Verein- zelt waren am 26.05.2017 auch schon Pflanzen mit einem starken Befall mit der Schwarzen Bohnenlaus (Aphis fa- bae) anzutreffen, wie auf der Abb. 7 zu sehen ist. Am 27.05.2017 musste eine Blattlausbekämpfung durchgeführt werden. Eine Behandlung wird ihn der Regel erst ab Beginn Koloniebildung durchgeführt. Die Behandlung erfolgte im Soloeinsatz mit Pirimor (Pirimicarb 500 g/kg, WK 1A) 0,30 kg/ha. Pirimor ist ein Spezialmittel zur


Blattlausbekämpfung das Nützlinge wie Marienkäfer, Flor- fliegen, Raubmilben, Spinnen und andere Nützlinge schont. Pirimor ist im solo Einsatz mit B4 als bienenungefährlich eingestuft und enthält als Wasserdispergierbares Granulat den Wirkstoff Pirimicarb aus der Gruppe der Carbamate. Der Wirkstoff Pirimicarb wird innerhalb von 2-3 Stunden nach der Applikation von den Blättern aufgenommen. Die Wirkung erfolgt zum einen über den direktem Kontakt und zum anderen über einer Dampfphase bei der auch ver- steckt sitzende Läuse sicher mit erfasst werden. Die


besten Wirkungserfolge werden im Temperaturbereich von 12 bis maximal 25 °C erreicht. Bei höheren Temperaturen sollten ohnehin keinen Pflanzenschutzmaßnahmen mehr durchgeführt werden. Zur Blattlausbekämfung sind in Ackerbohnen auch noch mehrere Insektizide aus der Grup- pe der Pyrethroide des Typ 2 mit der Wirkstoffklasse 3A zugelassen. Die Präparate mit der Produktbezeichnung: Shock Down, Lambda WG, Karate Zeon und Kaiso Sorbie enthalten aber alle den gleichen Wirkstoff (Lambda­ cyhalothrin). Unterschiede bestehen hier nur teilweise in


Ackerbohnenkäfer (Bruchus
rufimanus) nach dem Schlüpfen.

der Formulierung und der Wirkstoffkonzentration zwischen den einzelnen Produkten. Auch die hier genannten Produk- te sind im solo Einsatz mit B4 als bienenungefährlich ein- gestuft. Diese Produkte weisen aber gewisse schwächen bei versteckt sitzenden Blattläusen und etwas höheren Temperaturen auf. Blattläuse werden nur bei direktem Kon- takt mit dem Wirkstoff erfasst.

Der Ackerbohnenkäfer (Bruchus rufimanus) gehört mit zu den wichtigen tierischen Schädlingen neben der


Schwarzen Bohnenblattlaus (Aphis fabae) und dem Blatt- randkäfer (Sitona lineatus). Beim Ackerbohnenanbau zur Saatgutvermehrung muss im besonderen Maße darauf ge- achtet werden das es nicht zu einem starken Befall mit Sa- menkäfer kommt. Weil durch den Befall mit Samenkäfer wie z. B. dem Ackerbohnenkäfer die Keimfähigkeit stark abnehmen kann, so das die Bohnen nach der Ernte für die Saagutaufbereitung unter Umständen unbrauchbar sind. Ein mäßiger Befall hingegen beeinträchtigt die Keimfähig- keit kaum. Die Ackerbohnenkäfer verlassen ihr


Winterquartier meist erst dann, wenn maximale Tagestem- peraturen von 17–20 °C für zwei Tage hintereinander er- reicht werden. Die Käfer besiedeln zunächst den Randbe- reich der Ackerbohnenflächen. Die blühenden Ackerboh- nenbestände können die Ackerbohnenkäfer anhand des Geruchs finden wobei sie auf der Suche danach bis zu 5 km weite Fliegen. Nach der Besiedelung beginnt zunächst ein Reifungsfraß durch die Aufnahme von Pollen und Nek- tar. Die Eiablage der Käfer erfolgt vorzugsweise auf die ers- ten unteren Hülsen, wenn diese eine Größe von ca. 2 cm


erreicht haben. Die Larve schlüpft nach 2–4 Wochen aus dem Ei und bohrt sich durch die Hülsenwand in die Samen- körner. Dort legen sie zunächst einen kleinen Gang dicht unter der Samenschale an, bevor sie senkrecht in den Sa- men ihre zylindrische Brutkammer anlegen, in der die ge- samte Entwicklung bis zum fertigen Ackerbohnenkäfer ab- läuft. Die ersten Käfer schlüpfen noch vor der Ernte (nach ca. 8 Wochen) und verlassen die Hülsen, indem sie ein Loch durch die Hülsenwand nagen. Sie überwintern an- schließen an geschützten Orten. Die restlichen Käfer


verbleiben in den Samen und gelangen so in die Lagerräu- me, wo sie aber keinen Schaden anrichten können. Der Ackerbohnenkäfer (Bruchus rufimanus) ist kein Lager- schädling, sondern ein reiner Freilandschädling. Um einen Befall durch Ackerbohnenkäfer weitgehend zu vermeiden, sollten zum einen, günstige Bedingungen für die Entwick- lung der natürlichen Feinde wie z.B. Schlupfwespen (Trias- pis luteipes) geschaffen werden und zum anderen, die ent- sprechenden Anbaupause unbedingt eingehalten werden. Speziell gegen den Ackerbohnenkäfer mindestens 3 Jahre,


im Bezug auf Krankheiten mindestens 4 besser 5 Jahre. Die neuen Ackerbohnenschläge sollten in möglichst großer Entfernung zu den vorjährigen Schlägen angelegt werden. Ein tiefes Unterpflügen der Ausfallsamen nach der Ernte ist bei konsequenter Einhaltung der Anbauabstände nicht not- wendig und wäre auch ein schlechter Kompromiss. Gerade bei Betrieben mit langjähriger Konservierender Bodenbear- beitung würde die gute Bodenstruktur die Ackerbohnen oh- nehin schon hinterlassen unweigerlich zerstört. Die intensi- ve Bodenbearbeitung würde auch zu einem unnötigen


Biene an einer Ackerbohnenblüte.

Mineralisationsschub, zu einem ungünstigen Zeitpunkt füh- ren. Dabei würde unweigerlich wertvoller Stickstoff, der für die Folgekultur benötigt wird, unwiederbringlich in tiefere Bodenschichten verlagert. Die direkte Bekämpfung des Ackerbohnenkäfers mit einem dafür zugelassenen Insekti- zid gestaltet sich Äußerst schwierig. Vor der Blüte werden nur wenige Käfer erfasst. Die Käfer müssten nach dem Hauptzuflug und Reifungsfraß in den Beständen idealerwei- se während einer Warmwetterphase mit Temperaturen über 20 °C bekämpft werden, wenn die untersten Hülsen der


Biene trinkt Nektar an den extraflo-
ralen Nektarien einer Ackerbohnen-
pflanze.

Pflanzen eine Größe von mindestens 2 cm erreicht haben. Im Abstand von 7 bis 10 Tage müsste noch eine weitere Behandlung erfolgen. Die Larven der Käfer sind später so gut geschützt das sie mit Insektiziden ohnehin nicht mehr Bekämpfbar sind. Erschwerend kommt noch hinzu das die Ackerbohnenbestände nach der Blüte wegen der Wuchs- höhe kaum noch mit Standardtechnik befahrbar sind.

Auf einem Ackerbohnenblatt ist eine Braune Krabbenspin- ne (Xysticus cristatus), Weibchen mit einer erbeuteten


Biene gefangen von einer Braunen
Krabbenspinne (Xysticus cristatus).

Biene zu sehen. Die etwa 20 Arten aus der Gattung Xysti- cus lassen sich nur schwer voneinander unterscheiden. Die Braune Krabbenspinne (Xysticus cristatus)ist eine der häu- figsten Art ihrer Gattung. Ihre Färbungen und Zeichnungen sind variabel, die Männchen sind insgesamt meist dunkler als die Weibchen. Beide haben acht Augen. Der Körper des 6 bis 8 mm großen Weibchens hat eine gelbbraune Grundfärbung mit weiß brauner Musterung auf dem Hinter- körper. Auf dem Vorderkörper ist ein nach hinten gerichte- tes Dreieck zu sehen an dessen Spitze meist ein


schwarzer Punkt zu sehen ist. Bei den nur 3,5 bis 5,6 mm großen männlichen Spinnen sind die Seiten des Hinterkör- pers, die Zeichnung auf dem Hinterkörper und die Beine dunkel. Die Braune Krabbenspinne auch Busch-Krabben- spinne genannt ist zwischen Mai und Juli häufig an Wald- und Wegränder mit halbhoher Vegetation, Wald nahen Ackerflächen und Wiesen in sonniger Lage anzutreffen. Sie befinden sich meist in Blütennähe oder verstecken sich hinter und unter den Blütenblättern. Krabbenspinnen sind typische Ansitzjäger die kein Netz bauen. Ihre Beute


können sie bereits über eine gewisse Entfernung ausma- chen und wenn dies nah genug ist, blitzschnell zuschla- gen. Mit den beiden langen vorderen Beinpaaren wird das Opfer festgehalten und weit vom eigenen Körper ferngehal- ten, so das dieses nicht stechen kann. Die Beute wird durch einen Biss mit gleichzeitigem Injizieren, eines läh- menden Giftes (Verdauungssaft) getötet um es später aus- zusaugen. Krabbenspinnen sind auf diese weiße auch in der Lage, nicht nur kleine Insekten sondern auch größere Beutetiere zu erlegen. Wie beispielsweise Käfer, Falter


Listspinne (Pisaura mirabilis)
auf einer Ackerbohnenpflanze.

oder Bienen.

Auf den Fotos ist eine Listspinne (Pisaura mirabilis) beim Sonnenbad auf einer Ackerbohnenpflanze zu sehen. Die Körperhaltung, die sie dabei einnimmt, mit den dicht ne- beneinander gelegten Vorder- und teilweise auch der Hin- terbeine, ist charakteristisch für diese Art. Die Listspinne (Pisaura mirabilis), auch Brautgeschenkspinne genannt, gehört zur Familie der Raubspinnen. Ihren Namen verdankt die Spinne dem Balzverhalten der Männchen, die sich den


Weibchen mit einem eingesponnenen Beutetier als Braut- geschenk nähern. Der Körper der Listspinne hat eine brau- ne Grundfärbung mit einem leicht hellen, wellenartig ge- zeichnetem Hinterkörper, der spitz nach hinten zusammen- läuft. Die Männchen sind dunkler als die Weibchen gefärbt. In der Mitte des Vorderkörpers verläuft ein heller Strich, der gut zu sehen ist. Zwischen den Augen hat die Spinne zwei helle dreieckige Flecken. Das Weibchen kann bis zu 15 mm lang werden, wobei das Männchen hingegen nur eine Körperlänge von ca. 12 mm erreicht. Die Listspinne


Dornschrecke

kommt überall vor. Man kann sie häufig an Waldrändern und Wald nahen Flächen in sonnigen Bereichen beobach- ten. Die Listspinne jagt Fliegen und kleine Insekten ohne Netz. Sie fängt dies durch blitzschnelles zugreifen. Zwi- schen Mai und Juli kann man reife Exemplare der Spinne beobachten. Zum Ende des Frühjahrs beginnt die Paa- rungszeit.

Dornschrecke auf einem Ackerbohnenblatt. Die Dornschre- cken (Tetrigidae) kommen mit sechs Arten in Deutschland


Foto vom 28.05.2017

vor und ernähren sich hauptsächlich von Algen, Moos, Flechten und teilweise auch von jungen Gräsern.

Die weiterhin anhaltende Trockenheit macht den Ackerboh- nenbeständen zu schaffen. Starke Sonneneinstrahlung kann bei Ackerbohnen unter Umständen zu einem regel- rechten Sonnenbrand führen. Das ist aber meistens nur dann der Fall, wenn der Witterungswechsel sehr abrupt er- folgt. Das heißt, wenn nach einer feuchtkühlen Witterungs- periode plötzlich Hochsommertemperaturen mit intensiver


Sonneneinstrahlung auftreten und die Pflanzen sich nicht langsam an diese Witterungssituation anpassen können. Sonnenlicht ist für Pflanzen zum einen Lebenswichtig zum anderen bei zu intensiver Strahlung aber auch schädlich für das Gewebe. Pflanzen können sich an die sich ändernden Strahlungs- und Lichtverhältnisse in einem gewissem Ma- ße anpassen. Das geschieht zum einen über die Einlage- rung von Farbstoffen und zum andern durch die Ausbildung einer mehr oder weniger starken Wachsschicht auf den Blättern. Wird dabei das verträgliche Maß an Strahlung


überschritten, kommt es unweigerlich zur einer Schädigung des Blattgrüns an den oberen ungeschützten Blättern. Zu- sätzlich wirkt die Sonne mit hohen Temperaturen auf die Pflanze ein, wodurch diese viel Wasser verliert. Wenn, die Pflanze bedingt durch Trockenheit nicht genug Wasser nachliefern kann führt das unweigerlich zu Hitzeschäden. Wobei die oberen am stärksten betroffen Blätter absterben.


Foto vom 01.06.2017,
Fläche mit den Demoparzellen.

Die Ackerbohnen haben die Hitzewelle, der letzten Tag noch relativ gut verkraftet. Sonnenbrand oder Hitzeschäden waren an den oberen Blättern anschließend nicht festzu- stellen. Auch weiterhin sind bis jetzt noch keine äußerlich Unterschiede auf den Schlägen mit den Demoparzellen und den Wiederholungsparzellen festzustellen. Die Masse der Ackerbohnenpflanzen befindet sich zurzeit im Entwick- lungsstadium BBCH: 65 (Vollblüte, etwa 5 Blütentrauben pro Pflanze in Blüte). Einzelnen Pflanzen haben eine Wuchshöhe von 83 cm erreicht. Zum jetzigen Zeitpunkt


Foto vom 01.06.2017, Fläche
mit den Wiederholungsparzellen.

muss umgehend bei niedrigeren Temperaturen in den Abendstunden die geplante Fungizidbehandlung durchge- führt werden. Zur Bekämpfung der wichtigsten Blattkrank- heiten: Schokoladenflecken (Botrytis fabae), Brennflecken (Ascochyta fabae), Falscher Mehltau und Ackerbohnenrost (Uromyces fabae) sind in Ackerbohnen nur zwei Fungizide zugelassen. Das Präparat mit der Produktbezeichnung: Or- tiva mit dem Wirkstoff (Azoxystrobin 250 g/l, WK C3) ist mit 1,0 l/ha und max. 2 Anwendungen ab Befallsbeginn ge- gen Falschen Mehltau, Brennfleckenkrankheit und


Foto vom 01.06.2017, BBCH 65

Schokoladenflecken zugelassen. Ortiva hat die größte Bandbreite und wirkt gegen alle wichtigen Blattkrankheiten in Ackerbohnen. Der darin enthaltene Wirkstoff (Azoxystro- bin) aus der Gruppe der Strobilurinderivate zeichnet sich in erster Linie durch seine vorbeugende (protektive) Wirkung aus. Die Applikation muss daher sehr gezielt kurz vor oder zum Infektionsbeginn der entsprechenden Krankheit erfol- gen. Ortiva ist aber auch das teuerste Produkt. Das Präpa- rat mit der Produktbezeichnung: Folicur mit dem Wirkstoff (Tebuconazol 250 g/l, WK G1) ist mit 1,0 l/ha und max. 2


Anwendungen ab Befallsbeginn gegen Schokoladenflecken und Rost zugelassen. Folicur hat auch nur eine Wirkung gegen diese beiden Blattkrankheiten. Der darin enthaltene Wirkstoff (Tebuconazol) aus der Gruppe der Azole wirkt so- wohl vorbeugend (protektiv) als auch befallsstoppend (kura- tiv). Der Einsatz von Folicur kann ein sehr wirtschaftlicher Lösungsansatz bei der gezielten Bekämpfung und einem ertragsrelevantem Auftreten von Schokoladenflecken und Rost darstellen. Auch noch dann, wenn witterungsbedingt nicht zum optimalen Zeitpunkt, unmittelbar zum


Infektionsbeginn behandelt werden kann. Auch die Kombi- nation beider Präparate als Mischung ist zulässig. Die Ei- genschaften beider Wirkstoffe ergänzen sich gegenseitig in idealer weise. Dadurch wird die gesamte Bandbreite an Krankheiten abgedeckt und es ist preisgünstiger als der solo Einsatz mit Ortiva. Weshalb diese Variante auch auf unserem Betrieb für die Ackerbohnenflächen zur Saatgut- vermehrung favorisiert wird. Die Fungizidbehandlung wurde am 01.06.2017 durchgeführt mit: Ortiva (Azoxystrobin 250 g/l, WK C3) 0,60 l/ha + Folicur (Tebuconazol 250 g/l,


Foto vom 11.06.2017

WK G1) 0,60 l/ha. WK = Wirkstoffklasse, Klassifizierung von Fungiziden nach Wirkort (FRAC = Fungicide Resistan- ce Action Committee).

Auf dem Foto vom 11.06.2017 ist der Schlag mit den Demoparzellen zu sehen. Unterschiede zwischen den ver- schiedenen Varianten sind bis jetzt rein äußerlich noch nicht festzustellen. Jedoch sind bereits erste Auswirkun- gen der weiter anhaltenden Trockenheit bei genauer Be- trachtung des Schlages deutlich zu erkennen. Das


Wasserspeichervermögen des Bodens der gesamten Flä- che unterliegt einer gewissen kleinräumigen Streuung. In den Bereichen mit schlechterer Wasserführung im Unterbo- den hat das bereits zu deutlichen Wachstumsdepressio- nen bei den Pflanzen geführt die durch den akuten Wasser- mangel zu begründen sind. In den Bereichen mit besserer Wassernachlieferung des Unterbodens sind die Pflanzen Wellenförmig viel kräftiger entwickelt.


Die Masse der Ackerbohnenpflanzen befinden sich zurzeit im Entwicklungsstadium: BBCH 69 (Ende der Blüte, Hül- senbildung, Körnerbildung). Einzelne Pflanzen hatten zu diesem Zeitpunkt eine Wuchshöhe von bis zu 1,17 m er- reicht.


Abb. 8

Auf den drei Nahaufnahmen (Abb. 8, 9 und 10) ist gut zu erkennen, dass die Wachstumsabschnitte bei Ackerboh- nen sehr fließend ineinander verlaufen. Im oberen Bereich sind noch einzelne Blüten vorhanden. Während im mittle- ren Bereich der Pflanze gerade das Ende der Blüte erreicht wurde, sind im unteren Bereich Hülsen- und Körnerbildung in vollem Gange.

Abb. 8: Nahaufnahme Pflanze BBCH 69 (oberer Abschnitt).


Abb. 9

Abb. 9: Nahaufnahme Pflanze BBCH 69 (mittlerer Ab- schnitt).


Abb. 10

Abb. 10: Nahaufnahme Pflanze BBCH 69 (unterer Ab- schnitt).

 

 

Zur Fortsetzung der Dokumentation: Die Sommerackerboh- nen EJ 2017 einfach den Text anklicken.