Der Winterweizen (nach A.Bohnen)

Die Kulturarten:

Wintergerste (kein Anbau mehr, ersetzt durch S.Gerste)

Sommerackerbohnen

(EJ 2017)

Winterraps Winterweizen Sommerackerbohnen Winterweizen Sommergerste

(EJ 2016)         (EJ 2016)                (EJ 2016)                                (EJ 2016)               (EJ 2016)

Winterraps Winterweizen Sommerackerbohnen Winterweizen Sommergerste

 (ab EJ 2004)      (nach W.Raps)                (ab EJ 2013)            (nach S.Ackerbohnen)   (ab EJ 2012)

Der Winterweizen wird nach der für die konservierende Bodenbearbeitung idealen Vorfrucht Sommeracker- bohnen angebaut. Als Folgefrucht wird  Sommerbraugerste angebaut.

Am 26.07.2015 wurde die Vorfrucht Sommerackerbohnen (Sorte Espresso) geerntet.

Zum Vergrößern einfach das entsprechende Foto anklicken.


Am 28.07.2015 erfolgte die Stoppelbearbeitung mit einer umgebauten Kulturegge mit Strohstriegel. Bei einer  Arbeitsbreite von 6,20 m, mit einer Arbeitstiefe von 2 cm und einer Geschwindigkeit von 15 km/h sind hier ausreichend hohe Flächenleistungen bei einem sehr geringen Kraftstoffverbrauch zu erziehlen. Gefahren wird hierbei 30° schräg zur Hauptarbeitsrichtung.


Am 05.08.2015 erfolgte ein 2. Striegelstrich in gleicher tief, ebenfalls 30° schräg zur Hauptarbeitsrichtung, allerdings entgegengesetzt schräg zum 1. Arbeitsgang. Unter normalen Bedingungen wäre hier ein Arbeitsgang mit dem Striegel ausreichend gewesen aber unter den sehr trockenen Bedingungen war noch relativ spät viel Licht in die A.Bohnenbestände gekommen das dazu geführt hatte das sich vereinzelt noch eine Spätverunkrautung entwickeln konnte.


Vor der Aussaat des W.Weizen im Herbst werden die Flächen nach der Ackerbohnenernte mit einem abfrierenden Zwischenfruchtgemenge zur Zwischenbegrünung bestellt. Zur Zwischenbegrünung wird ein Gemenge aus Ramtillkraut + Kresse 80+20%, 5 kg/ha gedrillt das zusammen mit den Ausfallackerbohnen aufläuft. Die Aussaat der Zwischenfrucht erfolgte am 15.08.2015 bei einer Saatgutablagetiefe von 2 cm, Lockerungszinken 1. Bohrung, Bearbeitungstiefe 8 cm, 12 km/h, 30° schräg zur Hauptarbeitsrichtung.


Nach der Zwischenfrucht Aussaat erfolgt bei Bedarf eine Düngung mit Gesteinsmehl. Ein Kalkdünger wie etwa Kohlensaurer Kalk wird im Betrieb nicht eingesetzt. Zur Regulierung des ph-Werts der zum Teil stark unterschiedlichen Böden wird ausschließlich Gesteinsmehl verwendet. Die Düngung der Flächen erfolgt bewusst erst nach der Zwischenfrucht Aussaat um eine termingerechte Aussaat und damit eine gute Entwicklung der Zwischenfrucht sicherzustellen. Das ist mit der Claydon-Technik sehr gut möglich,


da die Ackerböden nach der Aussaat noch sehr tragfähig sind. Ausgebracht wird das Gesteinsmehl mit einem Großbehälterstreuer. Hier auf dem Foto vom 18.09.2015 ist das bereits leicht ein geregnete Gesteinsmehl zwischen den Ausfallackerbohnen, dem Ramtillkraut und der Kresse noch gut zu erkennen. Mit der Zwischenbegrünung soll eine schnellst möglich Bodenbedeckung nach der Ackerbohnenernte erreicht werden. Durch die Beschattung der Pflanzen wird so eine gute Unkraut unterdrückende Wirkung erreicht,


Bodenerosion wird wirkungsvoll vermieden und Nährstoffe werden in Form von organischer Biomasse konserviert. Sicher läßt sich in dem kurzen Zeitfenster bis zur W.Weizen Aussaat keine sehr stark ausgeprägte durchwurzelung des Bodens erreichen. Aber durch die ohnehin gute Vorfruchtwirkung der A.Bohnen in Verbindung mit der beschattenden Wirkung des ZF-Gemenges und deren durchwurzelung der oberen Bodenschicht wird somit eine optimale Bodenstruktur für die W.Weizen Aussaat geschaffen.


Bewußt werden hierzu die Ausfallackerbohnen als ZF- Gemengepartner toleriert und gefördert (durch das vorherige Striegeln der Flächen), ein phytosanitäres Problem stellen sie nicht dar weil sie zum einen vor erreichen kritischer Wachstumsstadien bereits abgestorben sind und zum anderen nur alle 5 Jahre in der Fruchtfolge stehen. Das Ramtillkraut kommt mit trockenen Bedingungen sehr gut zurecht, wächst relativ schnell, bindet Stickstoff und wird als weitere Komponente des Gemenges nur mit halber Aussaatstärke (4 kg/ha) beigefügt.


Die Kresse ist sehr anspruchslos, bindet Stickstoff, wächst schnell und sorgt so für eine zusätzliche und schnelle Beschattung des Bodens. Obwohl sie als Kräuzblütler eher kritisch in der Fruchtfolge zu bewerten ist kann sie als weitere Komponente mit (1 kg/ha) noch toleriert werden. Mit der Weizenaussaat wurde am 08.10.2015 begonnen, direkt in den stehenden Zwischenfruchtbestand. Dabei wird im ersten Arbeitsschritt mit einer Cambridgewalze im Frontanbau die Zwischenfrucht niedergewalzt.


Damit der Aufwuchs gleichmäßig in Arbeitsrichtung dicht an der Bodenoberfläche an liegt und so eine störungsfreie Durchführung aller weiteren Arbeitsschritte möglich ist. Mit der im Heck angebauten Strip-Till Drillmaschine erfolgt die steifenweise Lockerung des Bodens mit nachfolgender Aussaat in einem Arbeitsgang. Auch nach S.Ackerbohnen wird die W.Weizensorte Akteur angebaut. Einstellung an der Drillmaschine: 250 Kf Körner/m2, Saatgutablagetiefe: 2,5-3,0 cm, Lockerungszinken 1. Bohrung, Bearbeitungstiefe: 8,00 cm, Fahrgeschwindigkeit: 12 km/h.


W.Weizen am 26.10.2015, nach dem Auflaufen BBCH 10.


Am 31.10.2015 im Stadium BBCH 11, 1-Blattstadium des Weizens wurde bei guten Bedingungen, mit milder Witterung und noch ausreichender Bodenfeuchte mit den Pflanzenschutzmaßnahmen begonnen. Zum Einsatz kommen hier die beiden Boden- und Blattaktiven Mittel: Sumimax (WK E) mit 50 g/ha + Ciral (WK B) mit 25 g/ha, wobei Ciral eine Kombination aus zwei verschiedenen Sulfonylharnstoffen ist.


Foto vom 21.11.2015


W.Weizen am 19.12.2015, im Stadium BBCH 23.


W.Weizen am 19.12.2015, im Stadium BBCH 23.


Die N-Startgabe erfolgt mit Ammoniumsulfat-Harnstoff (Piamon 33% N 12% S), 212 kg/ha, 70 kg N/ha und 25 kg S/ha. Mit dem streuen wurde am 16.03.2016, Entwicklungsstadium: BBCH 26, begonnen.


W.Weizen am 29.03.2016, im Stadium BBCH 26-27. Die für das Entwicklungsstadium BBCH 25 geplante erste Wuchsregulierung verzögerte sich in diesem Jahr und konnte Witterungsbedingt erst ab dem 08.04.2016 erfolgen. Die Weizenpflanzen befanden sich zu diesem Zeitpunkt schon ab Beginn des Schossen BBCH 30. Pflanzen- schutzmaßnahmen: Wuchsregulierung und Unkrautbe- kämpfung (Nachbehandlung Klettenlabkraut).Pflanzen- schutzmittel: Starane 180 (WK O) 0,70 l/ha, Cycocel 720 0,75 l/ha.


Foto vom 10.04.2016, Entwicklungsstadium: BBCH 31 (Schossen, 1-Knoten-Stadium).


Foto vom 10.04.2016, Entwicklungsstadium: BBCH 31 (Schossen, 1-Knoten-Stadium).


Foto vom 20.04.2016, Entwicklungsstadium: BBCH 32 (Schossen, 2-Knoten-Stadium). Pflanzenschutzmaßnah- men: zweite Wuchsregulierung. Pflanzenschutzmittel: Cycocel 720 0,35 l/ha, Moddus 0,15 l/ha.


Foto vom 21.04.2016, Entwicklungsstadium: BBCH 32 (Schossen, 2-Knoten-Stadium), bei der zweiten N-Gabe mit Kalkammonsalpeter (KAS 27% N), 259 kg/ha, 70 kg N/ha.


Foto vom 24.04.2016, Entwicklungsstadium: BBCH 32 (Schossen, 2-Knoten-Stadium).


Foto vom 09.05.2016, Entwicklungsstadium: BBCH 33-34 (Schossen, 3-4-Knoten-Stadium). Pflanzenschutzmaßnahmen: Fungizidbehandlung (Gelbrost und Septoria tritici). Pflanzenschutzmittel: Bravo 500 (WK M5) 1,00 l/ha, Alto 240 EC (WK G1) 0,40 l/ha.


Foto vom 09.05.2016, Entwicklungsstadium: BBCH 33-34 (Schossen, 3-4-Knoten-Stadium).


Foto vom 25.05.2016, Entwicklungsstadium: BBCH 45 (Ährenschwellen, Blattscheide geschwollen), bei der drit- ten N-Gabe mit Kalkammonsalpeter (KAS 27% N), 259 kg/ha, 70 kg N/ha.


W.Weizen am 26.05.2016, Entwicklungsstadium: BBCH 45 (Ährenschwellen, Blattscheide geschwollen).


Foto vom 26.05.2016, Gelbrost (Puccinia striiformis).


Foto vom 26.05.2016, DTR-Blattdürre (Drechslera tritici-repentis).


Foto vom 26.05.2016, Getreideblattlaus.


Foto vom 26.05.2016, Rothalsiges Getreidehähnchen (Oulema melanopus).


Foto vom 26.05.2016, Glatthalsiger Buntgrabläufer (Poecilus versicolor).


Foto vom 31.05.2016, Entwicklungsstadium: BBCH 51-52 (Beginn des Ährenschiebens). Pflanzenschutzmaßnahmen: Fungizidbehandlung und Schädlingsbekämpfung (Gelbrost (Puccinia striiformis), DTR-Blattdürre (Drechslera tritici-repentis), Getreidehähnchen (Oulema melanopus) und Blattläuse Virusvektoren). Pflanzenschutzmittel: Shock Down Pyr.Typ 2 (WK 3A) 0,15 l/ha, Amistar Opti (WK C3 u. M5) 1,25 l/ha, Input Xpro (WK C2, G1, G2) 1,00 l/ha.


Foto vom 31.05.2016, Entwicklungsstadium: BBCH 51-52 (Beginn des Ährenschiebens).


Foto vom 09.06.2016, Entwicklungsstadium: BBCH 69 (Ende der Blüte).


Foto vom 09.06.2016, Entwicklungsstadium: BBCH 69 (Ende der Blüte).


Foto vom 22.06.2016, Entwicklungsstadium: BBCH 75 (Mitte Milchreife, Korninhalt milchig).


Foto vom 22.06.2016, Echter Mehltau (Blumeria graminis), Befall auf den unteren Blättern.


Foto vom 22.06.2016, Gelbe Schlupfwespe (Amblyteles armatorius).


Foto vom 22.06.2016, Getreideblattlaus.


Foto vom 07.08.2016, Entwicklungsstadium: BBCH 88-89 (Vollreife, Korn hart, kaum zu brechen).


Foto vom 07.08.2016, Entwicklungsstadium: BBCH 88-89 (Vollreife, Korn hart, kaum zu brechen).


Foto vom 16.08.2016, bei der Ernte.


Der W.Weizen wurde am 16.08.2016 durch einen Lohnunternehmer geerntet. Das Stroh wird grundsätzlich gehäckselt und verbleibt somit immer auf dem Feld. Abschließende Zahlen über die Weizenerträge sind zur Zeit noch nicht bekannt, aber die Erträge dürften wohl eher im durchschnittlichen Bereich liegen. Viel Regen, bei einer gleichmäßigen Niederschlagsverteilung ist zwar gut, bei Böden mit nur sehr begrenzter Wasserspeicherkapazität. Aber der Frühsommer und Sommer war einfach zu naß, so das die Weizenbestände nur selten richtig abtrocknen


konnten. Auch an ausreichender Sonneneinstrahlung zum richtigen Zeitpunkt, fehlte es in diesem Jahr. Das dazu geführt hatte das der Weizen auch bei einer dem Witterungsverlauf gut angepaßten Bestandesführung, im bezug auf den Fungizideinsatz, sein Ertragspotenzial letztendlich doch nicht ausschöpfen konnte. Weil zum Zeitpunkt der Assimilateinlagerung in das Korn einfach zu wenig Sonneneinstrahlung und wärme vorhanden war.