Der Winterweizen

Die Kulturarten:

Wintergerste (kein Anbau mehr, ersetzt durch S.Gerste)

Sommerackerbohnen

(EJ 2017)

Winterraps Winterweizen Sommerackerbohnen Winterweizen Sommergerste

(EJ 2016)         (EJ 2016)                (EJ 2016)                                (EJ 2016)               (EJ 2016)

Winterraps Winterweizen Sommerackerbohnen Winterweizen Sommergerste

 (ab EJ 2004)      (nach W.Raps)                (ab EJ 2013)            (nach S.Ackerbohnen)   (ab EJ 2012)

Der Winterweizen wird nach der für die konservierende Bodenbearbeitung idealen Vorfrucht Winterraps ange- baut. Als Folgefrucht werden Sommerackerbohnen angebaut.

Am 31.07.2010 wurde die Vorfrucht W.Raps (Sorte Visby) geerntet.

Zum Vergrößern einfach das entsprechende Foto anklicken.


Die Rapsstoppel wurde in den zurückliegenden Jahren nur am Vorgewende und im 15 m breiten Randbereich abge- mulcht. Nach dem Auskeimen des Ausfallraps erfolgt dann eine flache Stoppelbearbeitung mit dem Flügelschargrub- ber. Ab dem Erntejahr 2010 werden konsequent alle Raps- flächen ganzflächig nach der Ernte abgemulcht, weil, be- dingt durch die enge Rapsfruchtfolge und durch den Wit- terungsverlauf in diesem Jahr noch zusätzlich unterstützt, auf allen Flächen Symptome der Rapskrankheit Verticil- lium-Stengelfäule festzustellen waren.    


Verticillium-Stengelfäule (Verticillium dahliae) im End- stadium, aufgenommen am 09.08.2010 am Feldrand. Auf dem Foto ist sehr gut die dunkelgraue bis schwarze Ver- färbung des Stengels zu sehen. Zum Teil hängt schon streifenförmig das äußere Gewebe herunter, das sich ganz leicht mit den Fingern abziehen lässt. Am oberen Ende des Stengels ist ein Stück herausgebrochen, wo man dierekt auf das schwarzgrau verfärbte Mark sehen kann, das mit unzähligen Mikrosklerotien, den Dauerkörpern der Pilzkrankheit, durchsetzt ist.      


Verticillium-Stengelfäule (Verticillium dahliae)
im mittleren Stadium

Der Erreger ist ein bodenbürtiger Pilz, der nicht durch Fungizide bekämpft werden kann. Fruchtfolgemaßnahmen und der Anbau geringer anfällige Sorten bieten nahezu die einzigen Möglichkeiten. Deshalb ist es besonders wichtig, so früh wie möglich nach der Ernte die Rapsstoppel zu zer- kleinern, um eine Neubildung von Mikrosklerotien an den infizierten Rapsstoppel weitgehend zu verringern. Sicherlich kann man mit einer starken Zerkleinerung der Ernterück- stände bei Krankheiten wie Vitricillium und Sclerotinia, die durch ihre Dauerkörper Sklerotien und Microsklerotien


7-10 Jahre im Boden lebensfähig bleiben können, nur Teil- wirkungen erreichen. Aber grundsätzlich kann mit dem damit verbundenen schnelleren Abbau der Ernterückstände das Infektionspotential der meisten Rapskrankheiten ver- ringert werden. Auf einem Teil der Fläche, die noch nicht solange bewirtschafftet wird, konnte das Mulchen aller- dings nicht direkt nach der Ernte stattfinden, weil hier noch Unkraut, wie z.B. Ampfer und Distel, durch eine Rand- und Flächenbehandlung mit Glyphosat beseitigt werden mußte.


Durch anschließend schlechte Witterungsverhältnisse und immer wieder einsetzendem Regen war eine weitere Bear- beitung der Flächen für einen längere Zeit nicht möglich, so daß für Ackerschnecken ideale Bedingungen herrschten. Die unter der feuchten Mulchschicht aus gehäckseltem Rapsstroh am Tage bei Sonneneinstrahlung ausreichend schutz fanden, bei gleichzeitig sehr gutem Nahrungsan- gebot aus frisch ausgekeimten Ausfallraps. Bei dem Foto kann man nicht mit hundertprozentiger Sicherheit sagen, ob es sich um die Genetzte Ackerschnecke  


(Deroceras reticulatum) oder die Graue Wegschnecke (Arion circumscriptus) handelt, weil das Tier sehr stark zusammengezogen ist und man so nicht die charakter- istische Kielform der Ackerschnecke sehen kann und es zum anderen auch bräunlich gefärbte Tiere bei der Grauen Wegschnecke gibt, die auch auf Ackerflächen vorkommen kann. Auf dem Foto hier ist ein Gelege der Ackerschnecke zu sehen, wie es in diesem Jahr sehr häufig unter dem Rapsstroh zu finden war. 


Zur Optimierung der Bodenfruchtbarkeit wird im Betrieb auch mit Mistkompost gearbeitet, durch den die Böden unter anderem mit Humus und Grundnährstoffen versorgt werden. Gedüngt wird auch hier über die drei gliedrige Fruchtfolge, wobei die Düngung mit Mistkompost jeweils auf einem Drittel der Ackerfläche als Stoppeldüngung vor W.Weizen erfolgt. Für die  Ausbringung wird ein Stalldung- streuer, mit einem Streuaggregat das für Mist u. Kompost geeignet ist, verwendet. Mit dem Streuen konnte wegen der Regenphase erst ab dem 01.09.2010 begonnen werden.


Der Mistkompost besteht zum Teil aus vorgerottetem Rindermist, der zum Ansetzen der Miete verwendet wird und bereits stark mit Kompostwürmern durchsetzt ist. Der größte Anteil ist Pferdemist, der schichtweiße zusammen mit Gesteinsmehl und einem zur Zeit leider noch geringem Anteil an Holzkohle sowie anderen kompostierfähigen Stof- fen und Asche, auf die Miete kommt. Mit dem Salldung- streuer läßt sich so bei einer Fahrgeschwindigkeit von 10 km/h eine relativ gute Verteilung bei einer Ausbringmenge von max. 100 dt/ha FM realisieren. 


Mit der Stoppelbearbeitung und gleichzeitigen Einarbeitung des Mistkompostes wurde dann unmittelbar nach dem Streuen ab dem 04.09.2010 begonnen. Die erste Bearbei- tung erfolgt auch hier wieder mit dem zweibalkigen Flügel- schargrubber 30° schräg zur Hauptarbeitsrichtung, um eine bessere Strohverteilung und Einebnung zu erreichen. Ge- arbeitet wird dabei max. 5 cm tief bei einer Fahrgeschwin- digkeit von 12-15 km/h. Die erste Spur am Feldrand wird dabei immer doppelt, in gleicher Tiefe, aber bei der zweiten überfahrt in entgegengesetzter Richtung, bearbeitet.


Raps als Vorfrucht hinterläßt, unter normalen Bedingun- gen, eine optimale Bodenstrucktur, was eine tiefere Boden- bearbeitung überflüssig macht. Bei geeigneter Drilltechnik wäre hier nur ein Arbeitsgang mit einem Schwerstrigel und nachgeschalteter Cambridgewalze, als Soppelbearbeitung, notwendig. Weil aber zur Weizenaussaat auch die im Betrieb vorhandene Bestelltechnik zum Einsatz kommt, muß hier gezwungenermaßen eine flache Grundbodenbe- arbeitung von 10 bis max. 12 cm Tiefe erfolgen, um ein ausreichendes Einarbeiten der organischen Substanz für  


die anschließende störungsfreie Aussaat mit den Schlepp- scharen der Drillmaschine, bei relativ gleichmäßiger Saat- gutablage, sicherzustellen. Die Grundbodenbearbeitung mit dem Grubber erfolgte ab dem 23.09.2010 und wird eben- falls 30° schräg zur Hauptarbeitsrichtung, allerdings ent- gegengesetzt schräg zu Stoppelbearbeitung, durchgeführt, um so eine gleichmäßige Bearbeitung bei dem großen Strichabstand des zweibalkigen Grubbers und eine gute Einebnung zu erreichen. Gefahren wird dabei mit 12 km/h. Das Vorgewende und der Feldrandbereich wird in einer 


Breite von 15 m allerdings 16 cm tief bearbeitet und hier die erste Spur am Feldrand auch wieder doppelt. Das ist not- wendig, weil es am Vorgewende, bedingt durch Drehen und das ausheben der Dreipunktanbaugeräte, immer wieder zu Verdichtungen kommt. Mit der W.Weizen Aussaat wird im Zeitraum vom 01.10. bis 10.10. begonnen, wobei die Wit- terungsverhältnisse und Bodenzustand letztendlich maß- gebend sind. In diesem Jahr ab dem 08.10.2010, mit der bereits beschriebenen Bestellkombination: Bestehend aus Cambridgewalze, Kreiselegge mit Zahnpackerwalze und


aufgesattelter pneumatischer Drillmaschiene. Schneller als 8 km/h kann auch hier nicht gefahren werden, weil die Saatgutablage bei den verwendeten Schleppscharen zu ungenau wäre und auch die Cambridgewalze bei mehr Tempo keine gute Arbeit mehr leistet. Bei einer Ablagetiefe von 2 bis max. 3 cm werden 250 Kf. Körner/m² E-Weizen der Sorte Akteur, unter ausschließlichen Verwendung von Z-Saatgut, abgelegt. Der Weizen wird unter Vertrag für eine regional ansässige Mühle angebaut, die ihr Mehl unter dem Namen ‘’Schloß-Korn’’ vertreibt.


Bodenuntersuchungen werden im Abstand von 3 Jahren auf dem Ackerland durchgeführt. Die Probenentnahme findet jedes Jahr, nahezu zum gleichen Zeitpunkt, auf den Wei- zenflächen, also einem Drittel der Gesamtfläche, nach der Weizenaussaat statt. Einmal werden für die Standard- analyse (pH, P, K, u. Mg), gleichzeitig werden aber auch Proben für eine EUF-Bodenuntersuchung entnommen, hier aber jeweils pro 5 ha Weizenvertragsanbaufläche nur eine Probe. In größeren Abständen wird zusätzlich noch der Humusgehalt der Ackerböden untersucht, dem als Träger   


und Förderer der Bodenfruchtbarkeit besondere Aufmerk- samkeit geschenkt werden muß. Aus Sicherheitsgründen wurden auf allen Weizenschlägen direkt nach der Saat Jutesäcke ausgelegt, unter die zusätzlich noch Schnek- kenkorn gestreut wurde, weil mit erneutem Auftreten von Ackerschnecken zu rechnen war. Wie weiter oben be- schrieben, hatten zum Zeitpunkt nach dem Rapsstroh Mulschen ideale Bedingungen für deren Vermehrung geher- rscht. Am 15.10.2010 war aber bei trockenen Bodenver- hältnissen noch kein Befall feststellbar.


Ab dem 19.10.2010 bei wieder einsetzendem Regen waren dann die ersten Schnecken unter den Säcken an den Kon- trollstellen zu beobachten, so daß in diesem Jahr, erst- mals auch im Weizen, Schneckenkorn zum Einsatz kom- men mußte. Ab dem 21.10.2010 bei wieder befahrbarem Boden wurde dann sofort mit dem Streuen von 6 kg/ha Metarex (Metaldehyd 49g/kg) begonnen. 


Sämling der E-Weizen Sorte Akteur.

An dieser Stelle muß noch erwähnt werde, daß  sich in diesem Jahr der Ablauf bei den Vorbereitungen zur Weizenaussaat witterungsbedingt et- was anders gestaltet hat. Die Stoppelbearbeitung mit dem Grubber er- folgt unter normalen Witterungsbedingungen wesentlich früher, so daß die Rapspflanzen der 2. Auflaufwelle, die nach der Stoppelbearbeitung auflaufen, schon weiter entwickelt sind und  bei einer Wuchshöhe von ca. 15-20 cm 4 Wochen vor dem geplanten Weizenaussattermin mit Gly- phosat abgespritzt werden müssen, weil eine 2. Stoppelbearbeitung teuerer wäre und für die Bodenstruktur negative Auswirkungen hätte. 14 Tage vor der Weizenaussaat erfolgt dann die Grundbodenbearbeitung mit dem Grubber.


Der W.Weizen ist dann zwichen dem 20.-21.10.2010 aufgelaufen.


Der Vertragsanbau von Brotweizen geschieht unter Erfül- lung der ‘’Richtlinien des Integrierten Pflanzenbaus’’. Der so erzeugte Weizen wird in der regional ansässigen Schloßmühle, die nur Getreide annimmt, das aus der Re- gion stammt, zu Mehl weiterverarbeitet, das unter dem Namen ‘’Schloß-Korn’’ vertrieben wird.


Hier der W.Weizen am 26.10.2010 im Stadium EC 10. Bei idealen Bedingungen, mit milder Witterung und ausreichen- der Bodenfeuchte, konnte im 1 Blattstadium EC 10-11 des Weizens ab dem 30.10.2010 mit den Pflanzenschutzmaß- nahmen begonnen werden. Im Ramen des Herbizidresi- stenzmanagements findet auch beim Weizen ein  WK- Wechsel nach  HRAC (Herbicide Resistance Action Committee) statt. Zum Einsatz kommen hier die beiden Boden- und Blattaktiven Mittel: Sumimax (WK E) mit 50 g/ha + Ciral (WK B) mit 25 g/ha, wobei Ciral eine Kombination


aus zwei verschiedenen Sulfonylharnstoffen ist. Für das Standort- und Fruchtfolgespezifische Ungras- und Unkraut- spektrum, das sich im wesentlichen aus Windhalm, Acker- fuchsschwanz, Klettenlabkraut, Storchschnabel, Ehren- preis, Taubnessel, z.T. Stiefmütterchen, Kamille, Hirten- täschel und einem geringen Besatz mit Ausfallraps zusam- mensetzt, stellen die beiden Mittel, die als Sumimax-Ciral- Pack angeboten werden, auch eine sehr kostengünstige Lösung dar.   


Die W.Weizenbestände präsentierten sich nach dem kal- ten Winter mit einer schützenden Schneedecke in einem guten Zustand. Ab dem 04.03.2011 wurde die N-Startgabe beim W.Weizen während der Bestockungsphase EC 22 in Form von ASS 26% N 13% S (Amonsulfatsalpeter) mit dem Scheibenstreuer verabreicht.


Der W.Weizenbestand am 04.03.2011.


Der Entwicklungsstand der W.Weizenpflanzen am  08.03.2011 EC 23.


Die 2. N-Gabe als Schossergabe erfolgte mit KAS 27% N (Kalkamonsalpeter) ab dem 11.04.2011, wobei sich die Masse der  Weizenpflanzen im Schoßbeginn bis 1 Knoten- stadium EC 30-31 befanden. Durch die warme Witterung der letzten Tage ist der W.Weizen schon relativ weit in der Entwicklung fortgeschritten. Am 12.04.2011 fielen dann lediglich  4 l/m² Regen, der nicht einmal zum Auflösen des gestreuten N-Düngers ausgereicht hatte. Der weitere Wit- terungsverlauf im Monat April war gekennzeichnet von ho- hen Tag/Nacht Temperaturunterschieden und anhaltender


Trockenheit. Ab dem 18.04.2011 erfolgte der Wachstums- reglereinsatz mit 0,5 l/ha Cycocel 720 (Chlormequat-chlorid 720 g/l) + 0,2 l/ha Moddus (Trinexapac-ethyl 250 g/l) im 2 Kno- tenstadium EC 32. Bei der standfesten Weizensorte Akteur handelt es sich um einen Ährentyp, der schon bei geringer bis mittlerer Bestandesdichte sein Ertragspoten- zial über mittlere bis hohe Einzelährenerträge realisiert. Aus diesem Grund wird nie vor dem Wachstumstadium EC 32 ein Wachstumsregler eingesetzt oder irgend eine an- dere Maßnahme ergriffen, die zusätzlich noch die Be-


stockung anregen würde. Bei der im Betrieb üblichen Wei- zenaussat (Weizen nach Raps ) um den 01.10 bis 10.10 und einer Aussaatstärke von 250 Kf. Körner/m²  würde dies bei den Standort gegebenen Verhältnissen unweigerlich zu zuhohen Bestandesdichten und damit verbundenen Minder- erträgen und Weizen von geringer Qualität führen. Am 18.04.2011 waren in allen Weizenbeständen schon sehr deutlich die Symptome der Blattkrankheit Septoria tritici zu erkennen. Die Infektion der für den Weizen gefährlichen Blattkrankheit geschieht meistens schon im Herbst


durch infizierte Strohreste. Bei ersten Kontrollgängen im Frühjahr waren bereits Symptome feststellbar, und bei der Sorte Akteur, die eine höhere Anfälligkeit für Septoria tritici und Gelbrost hat, sind deshalb Kontrollen ab EC 30 unbe- dingt notwendig. Der Monat April war aber bisher sehr trocken gewesen, und erst am 24.04.2011 fielen 3 l/m² Re- gen. Weitere Niederschläge könnten  in den nächsten Ta- gen die 1. Fungizidmaßnahme erforderlich machen, um eine explosionsartige Ausbreitung der Krankheit durch Re- genspritzer auf obere Blattetagen zu verhindern. 


Viel Regen fiel aber auch in den folgenden Tagen nicht. Bei weiteren Kontrollen wurde es dann aber doch für notwendig gehalten nicht mehr länger mit der 1.Fungizidmaßnahme zu warten. Ab dem 27.04.2011im 3-4 Knotenstadium des Weizen EC 33-34 erfolgte dann der Fungizideinsatz mit 1,50 l/ha Amistar Opti (WK C3 u. M5) + 1,00 l/ha Input Xpro (WK C2, G1 u. G2).  Auch bei der Bekämpfung von Krankheiten im Weizen findet somit die Wirkstoffauswahl und deren Kombinationen  nach  FRAC (Fungicide Resistance Action Committee) statt.


Die Mischung im Tank bestand somit im Einzelnen aus dem altbekannten Strobilurin Azoxystrobin und dem Kon- taktmittel Chlorthalonil in Form von Amistar Opti und dem neuen Produkt Input Xpro, das wie das alte Input auch das Azol Prothioconazol und den Wirkstoff Spiroxamine ent- hält, aber zusätzlich noch den neuen Wirkstoff Bixafen aus der Wirkstoffgruppe der Pyrazol-Carboxamide enthält. Auf Flächen mit Distelbesatz wie hier auf dem Foto zu sehen kam zusätzlich noch 1,5 l/ha des Wuchstoffmittels U46 M- Fluid mit dem Wirkstoff MCPA mit in den Tank.


Der Feldrandhygiene kommt bei konservierender Bodenbe- arbeitung eine besonders große Bedeutung zu und darf  nicht vernachlässigt werden. Die Wege und Feldränder um die bewirtschafteten Ackerflächen herum werden mehrfach pro Jahr je nach Geländegestaltung entweder abgemulcht oder abgemäht, um das Einwandern von Ungräsern und Unkräutern durch Samenflug zu vermeiden. Zusätzlich wird dadurch Mäusen und anderen Schädlingen die natürliche Deckung durch den Aufwuchs in ihren Rückzugsräumen entzogen.


Ab dem 18.05.2011 erfolgte die 3. N-Gabe als Spät- düngung mit KAS 27% N kurz vorm Ährenschieben des Weizens im Stadium EC 49.


Rothalsiges Getreidehähnchen (Oulema melanopus) und Blaues Getreidehähnchen (Oulema lichenis). Die Fraß- schäden der Käfer beider Arten sind in der Regel unbe- deutend. Die Larven können aber ab einem Besatz von 0,5- 0,75 Larven pro Fahnenblatt im W.Weizen zu ertragsrele- vanten Schäden führen. In diesem Jahr war nur geringer Besatz mit Getreidehähnchen-Larven auf den Fahnenblät- ten der Weizenpflanzen feststellbar. Lediglich in geschütz- ten Bereichen wie an Waldrändern war ein stärkerer Befall vorhanden.


Bei den Getreideblattläusen unterscheidet man zwischen der Großen Getreideblattlaus (Sitobion avenae), die unter- schiedlich gefärbt ist, von grün, rot, rot- bis schwarzbraun, der Bleichen Getreideblattlaus (Metopolophium dirhodum) mit helleren Grün- bis Gelbtönen, die gelegentlich auch rot sein kann, und der olivgrün gefärbten Haferblattlaus (Rhopalosiphum padi). Blattläuse können Getreide durch ihre Saugtätigkeit an den Blättern und den Ähren schädi- gen und die bereits im Herbst auflaufenden Getreideflächen mit dem Gelbverzwergungsvirus infizieren. Beim W.Weizen


liegt der Bekämpfungsrichtwert ab Beginn der Blüte EC 61 bis zur Milchreife des Korns EC 75 bei 3-5 Blattläusen pro Ähre bzw. bei 60-80 % befallenen Ähren. In Anbetracht der in diesem Jahr vorherrschenden Befallssituation zum Zeit- punkt der Ährenbehandlung wurde das Azolpräparat mit einem Carbamat anstelle eines Pyrethroid kombiniert um die Nützlinge zu schonen. Ab dem 30.05.2011 zu Beginn der Blüte EC 61 wurde dann die Behandlung mit 1,00 l/ha Prosaro (WK G1 u. G1) + 200g/ha Pirimor (WK 1A) durchge- führt.


Das trockene Frühjahr und der weitere Witterungsverlauf über den Sommer mit sehr wenig Regen führte im W.Wei- zen zu einer starken Reduktion der Seitentriebe das an- schließend sehr dünne Bestände zur folge hatte. Bei den flachgründigen Verwitterungsböden mit nur geringem Was- serspeichervermögen kann das sehr schnell zu massiven Ertragseinbusen führen. Wenn dann noch die Nieder- schlagsverteilung sehr ungünstig ausfällt, wie es in diesem Jahr leider auch der Fall war, sind dann nur noch beschei- dene Erträge zu erwarten. Die Weizenernte verzögerte


sich, weil dann der Regen kam, der vorher gefehlt hatte. Die Ernte fand dann im Zeitraum vom 03.-17.08.2011 statt. Die dünnen Bestände hatten zum einen zu relativ hohen Eiweißgehalte im Korn geführt, der Regen verzögerte aber wiederum die Ernte, das wiederum niedrige Fallzahlen bei den zuletzt beernteten Flächen zur Folge hatte. Die dün- nen Bestände führten auch zu einer geringen Beschattung des Bodens, was in Verbindung mit dem Niederschlag zu einer Spätverunkrautung mit einer Unkrautflora, wie man sie von Maisflächen her kennt, führte.